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Von der agrarischen Religiosität zu einer «Religion der Techniker»

Der Jesuitenpater Klemens Brockmöller legt in seinem Buch «Industriekultur und Religion», das in der SKZ-Ausgabe 16/1964, 233 f., angezeigt wurde, dar, dass «die äussere Montur der Kirche in mancher Hinsicht auf die feudalistisch-agrarwirtschaftliche Gesellschaft des Mittelalters zugeschnitten» ist. Nachdem die Subsidiarität mit Pius XII. in der Kirche eingeführt worden sei und Johannes XXIII. ein umfassendes Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht in politischer Hinsicht befürwortet habe, seien analoge Zielsetzungen im kirchlichen Bereich kaum diskussionslos abzuweisen. Es sei denkbar, dass altertümliche Symbole, Kleider, Utensilien sowie Segnungen, Prozessionen und anachronistische Bräuche, die nicht notwendigerweise zum Glauben und zur Sitte gehören, umgestaltet oder verabschiedet werden. «Auch Zeremonien, die an ein herrschaftliches Hofzeremoniell erinnern, könnten ohne Schaden für die Kirche wegfallen.» Brockmöller plädiert nicht einfach für einige Modifikationen, sondern für eine zeitlose positive Akkomodation der religiösen Formen an das zeitlos gültige religiöse Bedürfnis, so dass die Substanz des Religiösen besser zur Geltung kommt.
Solche Gedanken vertiefte Peter Hersche kürzlich in einer Publikation, in der die Religiosität in Appenzell Innerrhoden und in Obwalden genauer untersucht wird (vgl, die Besprechung von Iso Baumer in der SKZ: www.kath.ch/skz/index.php?&na=0,1,0,0,d,,,,&kz=4535 ). Die Gedanken Brockmöllers haben nichts an Aktualität verloren, wir verdanken Peter Hersche dazu wichtige Anstösse auch für die Schweiz.
(ufw; Josef Bless: Von der «Bauernreligion» zu einer Religion der Techniker?, in: SKZ 132 [1964], Nr. 20, 275–277; Peter Hersche: Agrarische Religiosität. Landbevölkerung und traditionaler Katholizismus in der voralpinen Schweiz 1945–1960. Baden 2013.)

8. Mai 2014 | 00:33
von Konzilsblogteam
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