Von «Chur» kommt auch Intelligentes, selbst von Herrn Casetti
Wie kath.ch berichtet, fand in Zürich ein internationales Podium mit hochkarätigen Teilnehmern statt, darunter Renate Künast von den dt. Grünen. Ausgangspunkt war die 2. Auflage eines Buches über die Sterbehilfe. In diesem Werkt vertritt Bischofsvikar Casetti die katholische Position. Mir scheint, er tue es auf sehr intelligente Weise. Aus der Meldung:
Interessant an dem preisgekrönten, vollständig überarbeiteten Band «Der organisierte Tod» ist das Faktum, dass die Haltung der römisch-katholischen Kirche eingefügt wurde. Die Contra-Position vertritt der Churer Bischofsvikar Christoph Casetti. Er argumentiert pointiert, gibt die lehramtliche Position deutlich wieder und begründet sie mit Passagen aus dem Katechismus der katholischen Kirche.
Casetti versteht die zunehmende Akzeptanz gegenüber der Sterbehilfe als gesellschaftliches Phänomen: «Die Entwicklung hin zu einer zunehmenden Akzeptanz der Suizidbeihilfe scheint mir die direkte Folge einer Entchristlichung unserer Gesellschaft zu sein. Der christliche Glaube hat im Laufe der Geschichte wesentlich dazu beigetragen, dass das menschliche Leben grundsätzlich zu respektieren sei. Es ist ein Gabe Gottes, über die dem Menschen kein Verfügungsrecht zusteht. Der Glaube vermag, im Blick auf das Leiden Christi, dem Leiden einen tiefen Sinn zu geben. So ist es auch klar, dass die Kirche sowohl die Selbsttötung als auch die Beihilfe dazu niemals gutheissen kann.» Er fordert in der Folge eine Stärkung der Palliativmedizin, die auch von der Bioethikkommission der Schweizer Bischofskonferenz gefordert wird.
Warum die Herausgeber Christoph Casetti angefragt haben, um in ihrer Publikation Stellung zu beziehen, begründet Hermann Sutter: «Wir haben – angefangen beim Papst – bei allen nachgefragt für die erste Auflage. Niemand war jedoch bereit, etwas zu schreiben. Bischofsvikar Casetti hatte sich aber in anderem Zusammenhang sehr verständlich, präzis und mit starken Argumenten zur Frage geäussert. Deshalb haben wir ihn für die zweite Auflage direkt angefragt. Es ist ein hervorragender Beitrag.» Die evangelischen Kirchen seien nicht interessant für das Pro-Contra-Buch, weil sie nicht klar Stellen beziehen würden, so Sutter weiter.
«Der organisierte Tod. Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende. Pro und Contra». Herausgegeben von Hans Wehrli, Bernhard Sutter und Peter Kaufmann. 2. Auflage 2015, Orell Füssli Verlag.
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