Volk Gottes auf dem Weg wohin?
Für den damals noch jungen Weihbischof von Léopoldville und späteren Erzbischof von Kinshasa, Joseph Albert Malula, wurde auf dem Konzil die Sicht der Kirche als Volk Gottes zur grundlegenden Inspiration seines Denkens und Handelns. So schreibt Malula: «Als während der Diskussion des Konzils die Versammlung sich auf eine Beschreibung des Volkes Gottes hinbewegte, hat mich die Anwendung dieses alten biblischen Bildes auf die Kirche, auch auf die Kirche in Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), begeistert. Es schien mir, als sähe ich, wie die Kirche, das Volk Gottes, auf ihrem Weg dem von der Kolonisation befreiten Volk Zaires entgegenging, und als würde diese Kirche meinem Volk sagen: ‹Steh auf! Du bist frei und von Neuem Herr deiner Geschichte; komm also, entscheide dich für Gott, werde sein Volk, werde zum Zeichen des Heils für die zairische Nation.› […] In dieser Kirche, dem Volk Gottes, sah ich den Bischof, die Priester, die Ordensmänner und Ordensfrauen, aber ich sah auch die Laien, die zairischen Laien, in voller Verantwortung und Beteiligung. Denn ein Volk ist ein organisches Ganzes, geformt von allen seinen Mitgliedern.»
(Giancarlo Collet)
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