«Verzeiht mir meine Träume»
Am 5. November 1962 versammelt sich die Gruppe «Kirche der Armen» ein zweites Mal. Mehr als 50 Bischöfe nehmen teil. Im Sinne dieser Gruppe schreibt Helder Câmara in seinen Rundbriefen in der Konzilszeit auch über seine Träume von der Kirche:
Dom Helder Câmara mit Holzkreuz«Monsignore Mercier (Algerien) wünscht sich eine symbolische Geste seitens der Konzilsväter: alle würden ihre Brustkreuze abgeben und stattdessen mit Holzkreuzen heimkehren.Wir bereiten das Komplott vor. Mercier (mit Hilfe des Opus Angeli) verfasst den Text und ich trage ihn vor.Zusammen gehen wir dann zum Kardinal Feltin (als Verfasser der Rede vor dem Kongress von Pax Christi hat er die Pflicht, uns anzuhören und zu unterstützen). Ich werde versuchen, die Kardinäle Montini und Suenens zu gewinnen. Am Freitag werden wir eine Versammlung mit den französischen Bischöfen haben. Sie alle, unter der Präsidentschaft von Kardinal Gerlier, sind reif für diese Idee …Als Allererstes werden wir die unterentwickelte Welt auf unserer Seite haben: Lateinamerika, Asien und Afrika. Aber ich hoffe, durch europäische Bischöfe, die in Afrika und Asien leben und wirken, auch einen Grossteil Europas mitreissen zu können. Wir werden die befreundeten Kardinäle mobilisieren. Wir werden Vorträge halten, Begegnungen, Anbetungsstunden, Bussakte organisieren, sowie gemeinsame Abendessen.Ob das das Spektakel auf dem Petersplatz sein wird?
Der Hl. Franz von Assisi – um an das grosse Vorbild zu denken – hat auf den ersten Blick auch nur das Wort Jesu über seine hilfsbedürftige Kirche wörtlich genommen; und er erneuerte die Kirche von Sankt Damiano.Und Eu (gemeint ist der enge Freund von Câmara: Bischof José Vicente Távora), war in unserem Namen in Assisi, um den Segen von Franziskus zu bitten.
Verzeiht mir meine Träume. Die Intention ist so selbstlos und reinen Herzens; die Liebe zur Kirche so gross. Ich sehe in meinem Traum diese Kirche in vorderster Front, ganz vorne im Kampf für die Niedrigen und die Armen!Helft alle mit, so viel ihr könnt. Ohne Opfer und ohne Gebet geht nichts.Segen vom Bruder Franziskus»(Giancarlo Collet; CaCi 12, Übersetzung: Conrad Berning)
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