Verteidigung des Rufes eines katholischen Exegeten
Der bekannte Exeget Rudolf Schnackenburg greift am 12. Januar 1963 zur Feder und nimmt zu einem Vorgang Stellung, der sich während der ersten Sitzungsperiode ereignet hatte. 19 Kardinäle hatten Papst Johannes XXIII. einen auf 24. November 1962 datierten Brief übergeben, in dem sie sich gegen die moderne Bibelexegese und deren Gefahren wenden. Unter anderem wurde ein Artikel des Bonner Exegeten Heinrich Schlier als Beispiel der zu verurteilenden Irrtümer genannt.Rudolf Schnackenburg bemüht sich um eine ausgewogene Klärung: «Die Sorge dieser Kirchenfürsten ist verständlich. Einsichtige Exegeten bedauern selbst immer wieder, wenn unkluge oder unreife Veröffentlichungen erscheinen; aber man sollte das nicht der ganzen heutigen katholischen Exegese anlasten. Demgegenüber darf man doch auf die reiche Literatur, auch gerade von seiten der Exegeten, hinweisen, die die katholische Sicht im heutigen Geisteskampf zu wahren und zu verteidigen, z.T. auch neu gangbare Wege zu beschreiten sucht. Vielleicht kann Ew. Eminenz, wenn nötig, darauf aufmerksam machen» (Dö 337). Die Vorwürfe gegen Schlier scheinen ihm ein «Missverständnis» zu sein.Döpfner wird im März 1963 einen Brief an die 19 Kardinäle schreiben und Protest namentlich gegen die unberechtigten Angriffe auf Schlier einlegen. Er bittet darum, dass seine klärende Darlegung wohlwollend geprüft würde, damit nicht der Ruf eines überaus verdienstvollen katholischen Exegeten, der in den deutschsprachigen Ländern eine hohe Autorität geniesse, ungerechterweise beschädigt werde (vgl. A 2,410f; Dö 394-398).(emf)
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


