Walter Ludin

Unsern Konsum kritisch anschauen

Der kommende Samstag lädt als «Kaufnix-Tag» dazu ein, über unser Konsumverhalten nachzudenken. Dazu ein Beitrag meines Schulfreundes Franz Hochstrasser (Progymnasium Sursee 1958 – 1962 ….)
Der Kaufnix-Tag stellt unseren Lebensstil infrage
 Der internationale Kaufnix-Tag oder der Buy Nothing Day findet am Samstag, den 28. November statt. Auch in der Schweiz.
Der Kaufnix-Tag wurde erstmals 1992 in Kanada ausgerufen. Dahinter stand die Adbuster-Bewegung (ad von advertising, Werbung; bust von kaputtmachen). Diese Bewegung steht gegen den übermässigen Konsum. Das drückt sie öffentlich aus, indem sie Plakate mit kritischen und ironischen «Veränderungen» versieht und sich damit etwelche Probleme insbesondere mit den Medien einhandelt. Wie der Begriff des «Kaufnix-Tages» sagt, sollen die Menschen an einem bestimmten Tag auf Käufe verzichten. Dahinter stehen aufklärende Motive. Statt zu kaufen solle man die Produkte kritisch befragen, die ethischen und ökologischen Folgen des Konsums beleuchten und mit der Kaufabstinenz experimentieren.
Nachdenken über Konsum-Ungerechtigkeit
Der Tag soll ins öffentliche Licht rücken, dass 20% der Weltbevölkerung 80% der natürlichen Ressourcen verbrauchen, dass also eine unübersehbare Konsum-Ungerechtigkeit besteht, und dass zudem viele Güter unter umweltschädlichen Bedingungen und teilweise menschenverachtenden Bedingungen hergestellt werden. In einer Waren tauschenden Gesellschaft ist nicht das Kaufen schlecht, sondern das, was wir kaufen. Mit diesem Motivationsgepäck wird am 28. November der Kaufnix-Tag inzwischen in 80 Ländern durchgeführt. In der Schweiz gibt es den Chouf-nüt-Tag der GruppeChristnet. Sie begeht ihn mit einem Schweigekreis in Bern um 14.00 Uhr.
Was ist der Kern der Sache? Wir in den reichen Ländern leben im Überfluss. Das schlägt sich auch im ökologischen Fussabdruck nieder; die ganze Menschheit verbraucht zurzeit etwa eine ganze und eine Viertel-Erde. Das zeigt sich auch daran, dass ein westeuropäischer Mensch durchschnittlich 10›000 Gegenstände besitzt. Somit haben wir ein Mengenproblem. Man kann auf Dauer nicht mehr verbrauchen, als die eine Erde hergibt. Aus mehr muss weniger werden, wenn wir überleben wollen. Damit ist der Kern der Kaufnix-Aktion freigelegt: Ohne Verzicht wird die Reduktion der Güter und des Konsums nicht gelingen.
Fortsetzung folgt morgen
In früheren Blogs habe ich ein sehr lesenswertes, konsumkritisches Buch von Franz Hochstrasser vorgestellt – und in andern Einträgen Artikel von ihm wiedergegeben. In der SUCHfunktion «Hochstrasser» eingeben …

26. November 2015 | 01:49
von Walter Ludin
Lesezeit : ca. 1  Min.
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