Markus Baumgartner

Über 200’000 Geschichten der Hoffnung

Über 200’000 Geschichten der Hoffnung entstanden in Schottland in diesem Jahr: Sie zeigen, welch grossen Einfluss die Kirchen bei der Unterstützung auf die Bedürfnisse der Menschen während des Lockdowns hatten. Die Projekte wurde angestossen und koordiniert von der Evangelischen Allianz, die viele christliche Werke und Kirchen verbindet. Diese setzen sich dafür ein, dass die Kirche ein Katalysator für Veränderungen im Leben der Menschen in ganz Schottland ist.

Die Kirchen haben dieses Jahr in ganz Schottland mit Hilfe von 3212 Freiwilligen in 89 Projekten 212’214 individuelle Taten der Unterstützung geleistet. Davon konnten 55’671 Personen profitieren. Kirchengeführte Projekte erreichten so in über 181 Orten von den Highlands bis zu den Borders die am meisten gefährdeten und isolierten Menschen in ihren Gemeinden. Der von der Evangelischen Allianz UK  in Zusammenarbeit mit Serve Scotland erstellte Bericht wurde auch der schottischen Regierung vorgelegt. Er befragte zwischen Mai 2020 und Juli 2020 Projekte in ganz Schottland mit dem Ziel, zu verstehen, wie die Kirchen auf die Pandemie reagieren.

Neue Projekte ins Leben gerufen

«2020 war für uns alle ein Jahr der Störungen. Die Kirchen mussten sich anpassen, wie viele andere wichtige Dienste auch. Dieser Bericht hat deutlich gemacht, welchen bedeutenden Einfluss die Kirchen landauf, landab bei der Unterstützung der Schwächsten in der Gesellschaft haben», sagt Kieran Turner, Public Policy Officer der Evangelischen Allianz in Schottland. Er fährt fort: «Die Kirchen haben bestehende Dienste adaptiert und Mitarbeiter und Ehrenamtliche wurden schnell neu eingesetzt.» So wurden neue Projekte ins Leben gerufen, die Lebensmittel ausliefern, ältere und isolierte Menschen anrufen, Obdachlose oder Asylsuchende unterstützen und sich um Kinder und Jugendliche kümmern, die mit ihrer psychischen Gesundheit zu kämpfen hatten. «Für viele waren diese Dienste buchstäblich eine Rettungsleine – oft der einzige Kontakt an einem Tag, an dem alle anderen normalen Unterstützungsnetzwerke und Gebäude geschlossen waren», so Turner. 

Zeugnis für die Einheit der Kirche

Die Vielfalt der Projekte, die sich über die gesamte Breite Schottlands und über die Konfessionen hinweg erstrecken und in Partnerschaft mit einer Reihe von Wohltätigkeitsorganisationen wie Glasgow City Mission, Christians Against Poverty Scotland und Bethany Christian Trust. Mehr als zwei Drittel der Projekte wurden in dieser Zeit in Partnerschaft mit anderen Gruppen durchgeführt; Supermärkte, Gemeinderäte, Unternehmen, Wohnungsbaugesellschaften, freiwillige Unterstützungsgruppen und Lebensmittelbanken haben alle mit Kirchen in Projekten zusammengearbeitet, um die am meisten gefährdeten Menschen während der Abriegelungsperiode zu unterstützen.

Darüber hinaus wurden von elf lokalen Behörden, manchmal von mehreren Projekten, Notfallmittel für die wöchentlichen Unterstützungskosten zur Verfügung gestellt. Die Partnerschaften, die zwischen Kirchen, Organisationen und lokalen Behörden während des Lockdowns entstanden sind, sind ein Zeugnis für die Einheit der Kirche, und in der Tat der Nation, während dieser turbulenten Zeiten.

Gebäude geschlossen, Kirche offen

Dieser Bericht ist eine ermutigende Nachricht für die Kirche in Grossbritannien. Er erinnert nicht nur an das dynamische Potenzial, die Grosszügigkeit und die Verantwortung der Kirche gegenüber den Schwächsten in der Gesellschaft; er ist auch eine unglaubliche Geschichte der Hoffnung. Während das Jahr 2020 für viele ein Jahr des Umbruchs und der Dunkelheit war, zeigt dieser Bericht, dass die Kirche trotz geschlossenen Gebäuden sehr wohl noch offen war und Hoffnung und Licht spendete.

Foto servescotland.org
26. Dezember 2020 | 21:20
von Markus Baumgartner
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