Tschechoslowakische Untergrundkirche
Erwin Koller, Hans Küng, Peter Križan (Hrsg.): Die verratene Prophetie. Die tschechoslowakische Untergrundkirche zwischen Vatikan und Kommunismus. Edition Exodus 2011. ISBN 978-3-905577-79-2. 248 S., ca. Fr. 29.-Auf ausdrücklichen päpstlichen Wunsch wurden in der Tschechoslowakei zur Zeit der kommunistischen Unterdrückung Bischöfe und Priester im «Untergrund» geweiht. Sie übten ihr Amt unter Einsatz ihres Lebens aus. Um die Spendung der Sakramente auch in den zahlreichen Frauengefängnissen zu gewährleisten, entschloss sich einer der Untergrundbischöfe, Frauen zu Priesterinnen zu weihen. Überdies wurden aus seelsorgerlichen Überlegungen auch verheiratete Männer geweiht, die weiterhin einen zivilen Beruf ausübten und in der säkularen Gesellschaft verwurzelt blieben.Nach der Wende fiel die Untergrundkirche, die sich immer als selbstverständlichen Teil der katholischen Kirche verstanden hatte, bei der Kirchenleitung in Ungnade. «Der Weg der Verborgenen Kirche wurde nicht durch den Kommunismus, aber er wurde totalitär gestoppt.» (Walter Kirchschläger). Damit wurde eine Chance verspielt: Der Weg der Untergrundkirche «hätte ein missionarisches Modell einer Kirche unter den Menschen und mit den Menschen in allen ihren Lebensbedingungen werden können» (Hans Jorissen).Das vorliegende Buch erschien aus Anlass der Übergabe des Preises der Herbert-Haag-Stiftung an die Verborgene Kirche. Es enthält erschütternde Innenansichten und ebenso informative Aussenansichten. Und es dient dazu, die Erinnerung an ein Stück neuerer, weithin unbekannter Kirchengeschichte zu retten.
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