Theologischer Unfug
Gerne dokumentiere ich gelegentlich auch theologischen Unfug, wie ihn die neokonservative Welle hervorbringt. Hier tut sich Klaus Berger immer wieder hervor, dem wir in der SKZ schrecklichen Gedenkens ja auch schon eine Plattform boten. Vor dem Hintergrund des seltsamen theologischen Zwists um die behauptete Ablehnung des «Opfer- bzw. Sühnetods» Jesu durch Erzbischof Zollitsch äussert sich Berger wie folgt:
«In jüngster Zeit mehren sich auch im katholischen Lager Stimmen, die die biblischen Aussagen über den Sühnetod Jesu kurzerhand abschaffen möchten. Sühnetod heißt: Jesus ist zur Vergebung der Sünden gestorben. Diese Lehre möchte man beseitigen, weil man ein grausames Gottesbild im Hintergrund vermutet, weil man keinen Zugang mehr zu den Kategorien Sünde, Opfer und Stellvertretung hat und vor allem, weil man von einer Gottesdefinition ausgeht, wonach «Gott die Liebe ist». Und bei diesem Gottesbild sei für Blutvergießen und Gewalt kein Platz mehr – vor allem nicht für einen Gott, der seinen Sohn ans Messer liefert. Zum Ersatz bietet man daher an: Der Tod Jesu bedeutet, dass Gott mit uns geht, das mitträgt, was Menschen verschuldet haben. Aus Solidarität erkläre Gott: So viel seid ihr mir wert, dass ich mich mit euch solidarisiere in dieser betrüblichen Situation, meinen Sohn in die Todesnot hineinlasse. Die Konsequenzen der «Solidaritäts-Lösung» liegen auf der Hand: Wer die Glaubenslehre vom Sühnetod ablehnt, nimmt den Menschen die entscheidende Befreiung, die das Christentum verkündet, nämlich die von Sünde, Tod und Teufel.»
Unfug Berger 1: Der Terminus «grausames Gottesbild» ist in dem Kontext fehl am Platz und wohl selbst konstruiert, um die eigene Argumentation zu stützen.Unfug Berger 2: Den Theologen, die den am Anfang der «Sühnetod»-Argumentation stehenden biblischen Gottesknecht-Gedanken neu deuten, die blosse Kategorie Solidarisierung zu unterstellen. Es geht um «Stellvertretung», erst daraus erwächst der modernere Begriff!Unfug Berger 3: «Die entscheidende Befreiung», die wir verkünden, ist eine viel grundsätzlichere. Hier die Termini «Sünde» und «Teufel» zu verwenden, offenbart die Engführung.
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