Themenschwerpunkte der Zweiten Konzilssession
Während des Sommers haben die Konzilsväter viel Lesestoff bekommen. Neben den Entwürfen für Schemata gab es eine riesige Zahl an Kommentaren zu lesen. Auch öffentlich gemachte Stellungnahmen und Diskussionen in der Presse wurden allgemein zur Kenntnis genommen und sind so in die Konzilsarbeit eingeflossen. Das Konzil war längst keine «geschlossene Veranstaltung» mehr, sondern spielte sich in weiten Teilen im Licht der Weltöffentlichkeit ab.
Am 16. September macht Kardinal Felici fünf Themen publik, die in der zweiten Sitzungsperiode behandelt werden sollen. Es geht um die Bearbeitung der Bereiche «De Ecclesia», «De beata», «De episcopis», «De apostolatu fidelium» und «De oecumenismo».
Auffällig ist die hohe Konzentration auf Fragen der Kirche, der Kirchengestalt und des Verhältnisses der katholischen Kirche zu anderen Kirchen. Auch die Behandlung eines mariologischen Schemas wurde im Kontext des Kirchenthemas angesiedelt – eine Entscheidung, die das Konzil noch in der ersten Periode getroffen hatte.
Es sollte sich bald herausstellen, dass sich diese Themen nicht in der gewünschten kurzen Zeit abarbeiten lassen würden. Die Konzilsväter waren ja selbst in höchstem Masse «Betroffene» und hatten während des letzten Jahres gelernt, zur eigenen Stimme zu finden.
(ab; A 3,19f.)
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