Walter Ludin

Tagsatzung auf breiterer Basis?

Endlich ein Gesprächsforum?Erzbischof Zollitsch, der Vorsitzende der dt. Bischofskonferenz, schlug in Fulda in einer Rede vor diesem Gremium vor, mit einem breit abgestützten «Reflexionsprozess» Wege aus der Kirchenkrise zu finden. Auch für die Schweiz aktuell? Leo Karrer moniert seit Jahrzehnten, dass es bei uns an einem gesamtschweizerischen Gesprächsforum mangelt, an dem auch die «Laien» Gehör finden. Und er entwickelte die Idee der Tagsatzung. Als sie im Bistum Basel realisiert wurde, stiess sie bei der Kirchenleitung nicht nur auf Begeisterung. Zurzeit werden Ideen entwickelt, wie die Tagsatzungsidee breiter abgestützt werden kann. Wir bleiben dran.
Und hier aus einem Bericht von Christ in der Gegenwart über die Rede von Zollitsch:Die Fuldaer Rede schlägt der Kirchenleitung wie der Kirche insgesamt einen «Reflexionsprozess», einen «neuen, gemeinsamen und zielgerichteten Gesprächsprozess» vor. Er werde gelingen, wenn man offen und angstfrei miteinander spricht.In den Gesprächsprozess sollen die Laien intensiv eingebunden werden, insbesondere über das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, über die Diözesanräte und Verbände. Zollitsch bejaht damit den schon seit längerem vorgetragenen Wunsch der Laiengremien, dass es ein kirchliches wie religiöses Zukunftsgespräch geben muss. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz bestätigt ebenfalls, dass sich im Lauf der Jahre enorme Unruhe, Unmut, ja Zorn in Kirchenvolk wie Klerus aufgestaut haben. «Wir spüren in vielen Zuschriften, Leserbriefen, Artikeln und noch mehr in den persönlichen Gesprächen, dass viele Priester, Diakone, Ordensleute und Laien unsicher geworden sind. Wir machen aber auch die Erfahrung, dass viele von ihnen mit großem Ernst und – um es mit diesem etwas aus der Mode gekommenen Wort zu sagen – in Liebe zur Kirche nach Wegen suchen, wie die Kirche ihrer Sendung auch in gewandelter Zeit gerecht werden kann … Warum sollten wir nicht dazu einladen, dass sich viele in Wahrhaftigkeit, Mut und Klugheit an diesem Nachdenken beteiligen – und zwar die Priester, Diakone, Ordensleute und die ‹Laien’, die oft Experten sind.»

1. Oktober 2010 | 01:00
von Walter Ludin
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