Swiss army live – Teil X: Was von den Tagen übrig blieb
Ich durfte mich aus dem Regiment 27 aus dem Staube machen (späterer Kommentar eines Divisionärs dazu: «Es war ein Fehler, einen St.Galler Pfarrer ins Zürcher Regiment zu schicken») und leistete noch einige Jahre Einsätze bei den deutschsprachigen Rekruten der Gebirgsschule in Airolo. Ich überwand aber den geschilderten Kulturschock nie mehr; immer, wenn ich vor diesen jungen Männern stand, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Was die wohl sagen würden, wenn sie wüssten, dass die Herren Offiziere mit dem Weissweinglas in der einen Hand und der Pistole in der anderen auf Erbslibüchsen ballerten, wenn ihnen danach der Sinn stand?
Fazit heute und Schlusswort: Der Militärpfarrer, der Feldprediger, der in Offiziersuniform auftritt, war damals ein Missstand, ja eine Missgeburt. Oder weniger absolut und wohl ehrlicher: Zumindest ich war nicht dafür gemacht. Ich stimmte 1989 der GsoA –Initiative zu, gerade wegen dem, was ich erlebt hatte.
Wärst Du doch Sanitätssoldat geblieben…
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