Konzilsblogteam

Streiten, verschieben, neue Perspektiven finden und organisieren

Die Koordinierungskommission stand vor gewaltigen Aufgaben. Sie musste das Vorankommen des Konzils managen. Strategische, organisatorische aber auch inhaltliche Fragen wurden hier geklärt.
Am 3./4. Juli 1963 – wegen des Todes von Johannes XXIII. mit einem Monat Verspätung – wurde an den bekannten Fronten, die sich in der ersten Konzilssession gezeigt hatten, gestritten. Sollte man treu zu den Textvorgaben der Kurie stehen? Wie weit durfte auf die kritischen Einwände eingegangen werden? Mission, Mischehen und Religionsfreiheit boten viele Gelegenheiten, sich unterschiedlich zu positionieren.
Kardinal Suenens fiel in der Juli-Sitzung der Koordinierungskommission die Aufgabe zu, die neue Version des Schemas XVII vorzustellen. Gewürdigt wird das Thema der Gottebenbildlichkeit des Menschen, welches den Text durchzieht, ohne ihm indes eine wirkliche Einheit geben zu können. Noch keine gute Lösung war die Zweiteilung des Textes in einen Teil mit dogmatischem Charakter und einen Teil, der eine Art Sozialkatechismus darstellen würde (siehe Konzilsblog vom 25.5.2013). So hält Suenens den Text für noch nicht so weit gediehen, dass er auf dem Konzil präsentiert werden könnte.
Ein Ausweg aus der verfahrenen Diskussion war die Verlagerung in Arbeitsgruppen. Kardinal Suenens wurde beauftragt, einen neuen Text für das Schema XVII in eigenen Kommissionen zu erarbeiten (dies wird vom 6.-8. September 1963 in Mecheln geschehen) und ihn dann der Gemischten Kommission vorzulegen – ein weiterer Schritt auf dem langen Weg zu «Gaudium et spes».
Für den Fortgang des Konzils war noch eine weitere Leistung der Koordinierungskommission wichtig: Sie entschied über Verfahrensfragen, also über eine Revision des Konzilsreglements. So sollte es besser möglich sein, eine Versammlung mit 2’700 Mitgliedern zu einem guten Ergebnis zu führen.
(ab/emf; A 2,452f.)

3. Juli 2013 | 00:02
von Konzilsblogteam
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