Stockholm brennt
Die Nachrichten aus Stockholm wecken Erinnerungen an die brennenden banlieus von Paris vor wenigen Jahren. Was ist bloss los im Norden? Hier feierende Eishockey Fans und dort randalierende Jugendliche.
Immer wieder habe ich davon berichtet, dass in Schweden sehr viele Nationalitäten zusammen wohnen. In den 80 und 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts sind viele aus Kriegsgebieten Vertriebene in Schweden eingewandert. Die Secondos sind heute im jugendilichen Alter und sind meist arbeitslos. 25 % Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen wird in Schweden verzeichnet. Die Integration glückt nur bedingt oder gar nicht. Die Menschen wurden angesiedelt an den Rändern der Grossstädten – Ghetto gleich. Schnell wurden Wohnsiedlungen hochgezogen, die Menschen bleiben kulturell unter sich. Die vielen Einwanderer haben keine politische Stimme – man bleibt lieber unter sich (bürgeliche Parteien mit akademischem Hintergrund). Sali, Özlem und Zlobodan haben da keine Stimme. Die Demokratite kann icht als «direkt» bezeichent werden. Und der sogenannte «Wohlfahrtsstaat Schweden» ist halt doch nicht für ganz alle da. Zudem macht den Jugendlichen die ständige Präsenz der Polizei und die Überreguliertheit des Staates zu schaffen. Das jetzt einfach einmal «der Zapfe ab isch» ist nur veständlich. Das Land durch die Weltwirtschaftskriese relative unbeschadet hindurch zu manövrieren ist der Regierung wohl gelungen. Erfolgreiche Integration aber sieht anders aus! Ist zu hoffen, dass die Politiker allen voran Fredrik Reinfelt handeln und die Situation nicht kleinredet. Es reicht bei weitem nicht eskortiert von Sicherheitsleuten einen Augenschein in Husby zu nehmen. Auch Minderheiten müssen eine Stimme kriegen – ansonsten schaut Schweden einer bitteren Zukunft entgegen.
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