Konzilsblogteam

Stimme aus dem Tschad

Die Bischofskonferenz des Tschad postuliert in ihrer Antwort auf die Konzilsvorlagen eine Reform der kirchlichen Strukturen. Als Argumentationshilfe dient ihnen ein Dokument der Bischöfe des Kongo über die «Katholizität als Einheit in der Vielfalt» vom 4. Juli 1962. Hinterfragt wird der römische Zentralismus; die Verantwortung der Bischöfe müsse sowohl als gemeinschaftlicher Verantwortung für die gesamte Kirche wie als Verantwortung jeweils für die Ortskirche in einer Theologie des Episkopates entfaltet werden. «Die Verschiedenheit der Herausforderungen der Weltkirche erfordere es, dass auf nationaler und regionaler Ebene, besonders in Fragen der Liturgie und Sakramentenspendung, die Bischöfe selbständig entscheiden dürfen. Sie erwarten, dass die Frage der Reform der Kurie auf die Tagesordnung des Konzils komme. Neben der Dezentralisierung von Kompetenzen sei ebenso eine Internationalisierung der Kurie wünschenswert. Daneben soll sich auch das äussere Bild des Vatikans wandeln: ‹Es ist deshalb äusserst wichtig, dass Rom nicht nur durch Worte und durch die Taten des Pontifex Maximus, sondern auch durch das Umfeld selbst, durch die Zeremonien und andere äussere Zeichen, mit denen sich der ehrwürdige Papst und seine Vertrauten umgeben, der christlichen Welt Respekt und Liebe im Sinne des Evangeliums vermittelt. Es ist zu wünschen, dass das äussere Erscheinungsbild des römischen Papsttums der Schlichtheit des Evangeliums und dem Geist der Armut und der Liebe, die in der Kirche leuchten müssten, mehr entspricht›».(Klaus Wittstadt: Am Vorabend des II. Vatikanischen Konzils [1. Juli – 10. Oktober 1962]. In: A 1, 457-560, 475f; emf)

29. August 2012 | 05:57
von Konzilsblogteam
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