Stiftet Frieden!
Als ich das Evangelium las, sprang mir ein Ausdruck in die Augen: nämlich der «Friede». Nicht weniger als drei Mal begrüsst Jesus seine Jünger mit dem Satz: «Der Friede sei mit euch.»
Zuerst: Was eigentlich bedeutet Friede? Schauen wir im Lexikon nach. Dort heisst es: «Frieden ist im heutigen Sprachgebrauch der allgemeine Zustand zwischen Menschen, sozialen Gruppen oder Staaten, in dem bestehende Konflikte in rechtlich festgelegten Normen ohne Gewalt ausgetragen werden. Der Begriff bezeichnet einen Zustand in der Beziehung zwischen Völkern und Staaten, der den Krieg zur Durchsetzung von Politik ausschliesst.» (Wikipedia)
Man könnte dies sprachlich etwas unbeholfen zusammenfassen im Satz: «Friede ist, wenn die Waffen schweigen.»
Ich meine aber: Das ist nicht der Friede, den Jesus uns gebracht hat. Als Jude brauchte er den alttestamentlichen Begriff «Schalom». Er meint eine umfassende Harmonie: Dazu gehören Gesundheit, Wohlergehen, Sicherheit und Ruhe.
Nicht erst im Abendmahlsaal nach Ostern braucht Jesus diesen umfassenden Begriff. Er steht zum Beispiel auch an einer zentralen Stelle seiner Botschaft, in den Seligpreisungen: «Selig die Friedfertigen»; oder noch deutlicher in einer andern Version: «Selig die Friedensstifter, die Friedensstifterinnen.»
Vielleicht ist Ihnen beim aufmerksamen Hören des Evangeliums aufgefallen, dass auch dort indirekt das Friedensstiften angesprochen wird. Nach dem zweiten Gruss «Friede sei mit euch» fügt Jesus an: «Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.»
Dies bedeutet sicher auch: Wie ich euch den Frieden Gottes geschenkt habe, so schenkt einander den Frieden weiter.»
Wichtige Frage: Tun wir das? Sind wir Friedensstifter, Friedensstifterinnen? Sicher ist uns wohl das eine oder andere Mal im Leben gelungen, Menschen, die zerstritten waren, wieder zueinander zu bringen.
Aber ich fürchte: Vielfach haben wir das Gegenteil getan. Wir haben vielleicht einen Streit zwischen zwei Menschen in unserer Umgebung am Leben erhalten, indem wir dem einen hintertragen haben, was der andere wieder Unschönes über ihn gesagt hat.
Andern beim Streiten zusehen, kann interessant sein. Es läuft endlich etwas. Dies ist menschlich, aber nicht christlich. Wie viel mühsamer kann es sein, mit viel Geduld und Einfühlsamkeit und sicher auch mit Zivil-Courage Menschen helfen, den Weg zueinander zu finden. Und so Frieden zu stiften.
Der Gruss «Der Friede sei mit euch» enthält also auch einen Auftrag: die Einladung, in unserer Umgebung dazu beizutragen, dass mehr Friede und Verständnis herrscht. So etwas können wir auch dann tun, wenn unsere Kräfte schwach und gering sind. (…)
Elisabethenheim Luzern, Sa 16.30; Stans St. Klara, So 9.30 und Pflegeheim Nägeligasse 10.40.
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