Walter Ludin

Sterbehilfe wurde «normal»

Der jüngste Entscheid des deutschen Bundestags betr. Sterbehilfe lässt auch in der Schweiz die Diskussion zu diesem umstrittenen Thema neu aufflammen. So kommt die folgende Meldung von Publik-Forum gerade zur rechten Zeit:
Theo Bohr, Medizinethiker und Mitglied in der niederländischen Kontrollkommission für aktive Sterbehilfe, kritisiert die Entwicklungen in seinem Heimatland. »Die aktive Sterbehilfe ist nicht länger eine Ausnahme; sie hat sich zu einer normalen Sterbensweise entwickelt.«
Mittlerweile sterbe in den Niederlanden einer von 25 Menschen durch die Hand eines Arztes. Ein Sterbehilfegesetz schaffe nicht nur Klarheit in der Grauzone, sondern rufe auch neue Fälle hervor. »Immer mehr Patienten entscheiden sich schon bei einer fatalen Diagnose für aktive Sterbehilfe, ohne im Ernst die inzwischen sehr gute Palliativmedizin in Betracht genommen zu haben.« In der Gesellschaft gebe es hierzu kein Problembewusstsein. Die Bereitschaft, die Entwicklungen kritisch zu reflektieren, nehme ab. Es tönt nicht originell, aber auch hier gilt: Wehret den Anfängen ….
 

10. November 2015 | 01:21
von Walter Ludin
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