Walter Ludin

Stefanus und die unschuldigen Kinder wurden getötet. Und wie sicher leben wir heute hierzulande?

Die Angst, überfallen zu werden, nimmt hierzulande zu. Dabei wir die gute Nachricht übersehen: Die Gewalt nimmt in unsern Breitengraben ab. Warum wird die «frohe Botschaft» der Abnahme von Gewalt nicht wahrgenommen? Grundsätzlicher: Warum interessieren sich die Menschen mehr für schlechte als für gute Nachrichten? In der Weihnachtsnummer von Publik-Forum finden wir Antworten:
«Der Tübinger Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hält dies für eine Folge »unserer Wahrnehmungsausstattung«, ein gleichsam archetypisches Programm, das uns signalisiert, auf Gefahren zu achten, um rechtzeitig handeln oder fliehen zu können. Auch Klaus Oberauer, Professor für Psychologie an der Universität Zürich, spricht von einem »evolutionären Hintergrund«, der uns veranlasst, nach Gewalt und Katastrophen Ausschau zu halten: »Für einen Organismus, der überleben möchte, ist das eine der wichtigsten Informationen: Wo kommt eine Bedrohung her?«»
Im vorliegenden Artikel wird auch die «verzerrte Darstellung von Tatsachen in Unterhaltungsfilmen dargestellt. Je mehr die Menschen fernsehen, um so mehr Angst haben sie vor Gewalt. Es entsteht «der Eindruck einer hochkriminellen Gesellschaft, in der keiner mehr sicher sein kann». Dazu zwei persönliche Bemerkungen:

Zu den wenigen Fernsehsendungen, die meine Eltern sahen, war «XY ungelöst». Ich hatte damals die Gewohnheit, bei meinen Eltern vorbeizuschauen, wenn ich spätabends von einem Termin in ihrer Nähe vorbeifuhr. Eines Tages sagte mir die Mutter, solche Spontanbesuche würden sie zwar freuen. Aber ich solle darauf verzichten. Denn wenn ich spät an ihrer Türe läuten würde, würden sie nicht mehr aufmachen. Dies sei ja sehr gefährlich.
Ich war ein Fan des leider eingestellten TV-Krimis «Der Bulle von Tölz», der in einer relativ kleinen bayerischen Stadt sich abspielte. Humorvolle erstellten eine Statistik der in den dicht aufeinander folgenden Filmen vorkamen und bemerkten, an diesem idyllischen Ort würden hochgerechnet auf die Bevölkerung mehr Morde passieren als in Hamburg.

PS: Der «Bulle» warnt seine aus einer Grossstadt kommenden Assistentin vor der Idealisierung des ländlichen Raumes: «Unter der ersten bäuerlichen Bevölkerung war die Mordrate 50 Prozent.» (vgl. Kain und Abel!!)

27. Dezember 2014 | 01:49
von Walter Ludin
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