Sorge um den Raum für die Orthodoxen Kirchen
In den Tagen vor der Eröffnung des Konzils statten einige der Konzilsväter der aufwändig vorbereiteten Konzilsaula einen Besuch ab. Darunter ist auch der melkitische Patriarch von Antiochien, Maximos IV. Er muss am 9. Oktober 1962 feststellen, dass die orientalischen Patriarchen Plätze erhalten haben, die den Kardinälen nachgeordnet sind. Demgegenüber erhebt er am Folgetag Einspruch und fordert, dass die Plätze der Patriarchen vor denen der Kardinäle rangieren müssen. Patriarch Maximos IV. «sah hinter der Frage der Platzierung der Patriarchen das Problem … jener orthodoxen und nichtchalkedonensischen Kirchen, die ihre Beobachter schicken würden, um den Verlauf des Konzils zu verfolgen. Welcherart war das Angebot, das Rom den Orientalen für eine Einheit der Christen machte? Auch von der Platzierung der Patriarchen her schien es, dass der Heilige Stuhl keinen anderen Weg sah als den der reinen Absorbierung in seine eigenen Kirchenstrukturen» (Riccardi, Eröffnung 8f). Indem er aus Protest nicht an der Eröffnungsfeier teilnimmt, will Patriarch Maximos IV. aus ökumenischen Gründen ein rein «römisches» Denken durchbrechen, um die Strukturen der römisch-katholischen Kirche zu weiten und einen Raum für die Orthodoxen Kirchen anzubahnen und freizuhalten.(emf; vgl. Andrea Riccardi: Die turbulente Eröffnung der Arbeiten. In: A 2, 1-81, 7-10; Lu 109)
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