Walter Ludin

Sollen die Kirchenreformer aufgeben? Was würde geschehen......

Es folgt weiter im Text von H. Kohlmaier über die Kirchenreform:
In der ersten Phase ihres Wirkens gingen die Reformbewegungen von der eigentlich selbstverständlichen Annahme aus, man könne bei der Kirchenleitung durch ein Vorstelligwerden und mit Argumentieren etwas erreichen. Dies erwies sich als Irrtum, ja geradezu als naiv. Eine schon immerhin mehr als ein Jahrzehnt währende Phase des Redens, Schreibens, Versammelns und Veranstaltens folgte. Aber zunehmend entstand der Eindruck, es helfe das alles nichts. Also bleibe nur – wie nicht Wenige meinen – im Vertrauen auf Gott einfach Geduld und Beharrlichkeit zu üben.
Aber es musste doch nach Möglichkeiten gesucht werden, irgendwie endlich ernst genommen zu werden. Wollte man nicht alle Selbstachtung verlieren, hatte man doch auch deutlich zu zeigen, dass man sich dieses Ignorieren nicht gefallen lassen könne und wolle. So beschloss der Vorstand der Laieninitiative im März 2010 den öffentlichen Aufruf, alle sollten versuchen, durch eigenständiges Bekennen und Praktizieren des Glaubens, wie es dem Evangelium und christlichem Gewissen entspricht, die Glaubwürdigkeit der Kirche von der Basis her neu aufzubauen. Es wurde «in aller Form und Bestimmtheit die Notwendigkeit erklärt, sich von Anordnungen der Kirchenleitung dort zu lösen, wo diese zur unaufgebbaren Verantwortung des christlichen Gewissens im Widerspruch stehen».   (….)
Dass die Herde – um im Bild des Evangeliums zu sprechen – sich zerstreut, raubt der Hierarchie hingegen nicht den Schlaf. Vielleicht meint man, dass aller Unwille mit der Erkenntnis seiner Sinnlosigkeit irgendwann sicher aufgegeben würde. Immer mehr drängt sich die Frage auf: Soll man sich damit abfinden und eben nur die christliche Tugend der Hoffnung üben? Die Perspektiven sind düster, trotz Franziskus. Das «Totlaufen» der Reform droht, will man sich selbst gegenüber ehrlich sein.
Aber es würde, wenn es so weitergeht, ja nicht nur angestrengtes Bemühen von vielen Jahren vergeblich bleiben, sondern es zeichnet sich die viel schlimmere Entwicklung zu einer bedeutungslosen, ja allmählich schwindenden Kirche ab. Immer weniger scheint das, was die Menschen in ihrem religiösen Bedürfnis bräuchten, mit dem übereinzustimmen, was ihnen eine heillos antiquierte Kirche bietet. Gibt es Wege, die Aktivitäten noch zu verstärken und doch zum Erfolg zu bringen?
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Was nun? Es folgt die Fortsetzung mit dem Stichwort «Vernetzung»

6. Juni 2014 | 01:30
von Walter Ludin
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