Markus Baumgartner

Solidarität praktisch gelebt

Jede Krise hat bekanntlich auch Chancen: Gerade die Kirchen können sich in der Corona-Krise vermehrt profilieren und mit guten Aktionen punkten. Vor allem dann, wenn die Nächstenliebe konkret spürbar wird. Dazu gehört die Nachbarschaftshilfe mit Plattformen, die Hilfsbedürftige und Helfende zusammenführen. Tausende Menschen in der ganzen Schweiz bieten in diesen Tagen freiwillig ihre Hilfe an.

Ein gutes Beispiel für gelebte Nächstenliebe ist die Initiative der «Landeskirchlichen Gemeinschaft jahu» in Zusammenarbeit mit vielen Freiwilligen aus Biel und der Umgebung: Sie haben den kostenlosen Hilfsdienst «Solidarité» mit einer eigenen Webpage lanciert. Personen, die durch eine Infektion mit dem Corona-Virus besonders gefährdet sind, wird in der Alltagsbewältigung Unterstützung angeboten. Die Gruppe «Solidarité» bietet Personen mit einer erhöhten Risikogefahr über eine Hotline kostenlose Dienste wie Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten, Entsorgen des Kehricht und Kompost oder die Aufgabe von Post an. 

Viele Freiwillige

«Wir helfen in diesen ausserordentlichen Zeiten den Nachbarn, die vom Virus besonders gefährdet wären. Von Montag bis Freitag bieten wir auch eine warme Mittagsmahlzeit an, das von der Stiftung Südkurve Lyss

gekocht wird», erläutert Joel Gerber, 30-jährig und evangelischer Pfarrer. Die Freiwilligen gehören alle nicht zu einer Risikogruppe und möchten in dieser Zeit andere unterstützen. Die Gruppe besteht aus rund 80 Freiwilligen, alle zwischen 19 und 35 Jahre alt, schreibt das «Bieler Tagblatt». Vorerst gilt dieses Angebot für Betroffene in ausgewählten Bieler Quartieren im Einzugsgebiet der Helferinnen und Helfer. 

Studierende haben Zeit

Frau Mathe ist Seniorin. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Biel. Jetzt, wo sie beide zur Risikogruppe gehören, gehen sie nicht mehr nach draussen. «Wissen Sie, wir würden eine Ansteckung nicht überleben», sagt Frau Mathe. Über das Bieler Projekt «Solidarité» hat sie Hilfe gefunden: Die beiden Studierenden Tabea Schär und Nicola Kaeslin erledigen für sie den Einkauf, berichtet das SRF Regionaljournal.

Bild Quelle unsplash
20. April 2020 | 22:33
von Markus Baumgartner
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