So fing es mit der Kirche an
Die Festplatte ist vollKürzlich, anlässlich der Übergabe des «Preises des religiösen Buches», traf ich den bekannten Exegeten Hermann-Josef Venetz. Ich sprach ihn auf einen seiner Bestseller an: «Hermann, wenn ich an dein Buch ‹So fing es mit der Kirche an› denke, ärgere ich mich. Nicht weil das Buch schlecht wäre, ganz und gar nicht. Aber für mich ist es ärgerlich, dass auch nach genau 30 Jahren nichts von den darin geäusserten Einsichten verwirklicht wurde.» Das Buch befasst sich mit der Ämterfrage. Der Autor hat schon 1981 Ergebnisse aufgezeigt, die heute noch nicht bis zur Kirchenleitung vorgedrungen sind. Es seien Erkenntnisse, die für die Bibelwissenschafter «zu Gemeinplätzen zählen», schreibt er einleitend. Diese werden nach wie vor von unserer Kirchenleitung bestritten.Dies erinnert mich an ein Gespräch, das vor Jahren unser Bruder Matern (Gott habe ihn selig) mit einem Mitbruder hatte. Dieser zeigte sich gegenüber jeder Argumentation als immun. Matern seufzte: «Da kann man nichts machen. Die Festplatte ist voll.»Es scheint, dass auch die kirchenamtliche Festplatte voll ist; voller dogmatischer Konstrukte. Da hat keine neu (vor Jahrzehnten!) entdeckte biblische Einsicht mehr Platz.
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