Konzilsblogteam

Sitzung der Konzilsväter in Zürich

Papst Paul VI. wollte auf der dritten Konzilssession vor allen anderen das Schema 17 behandelt wissen, welches das Verhältnis der Kirche zur Welt thematisierte. Sein Titel sollte lauten «Vom tätigen Dabeisein (activa praesentia) der Kirche beim Aufbau der Welt von heute». Mit der Vorbereitung war eine kleine Arbeitsgruppe aus nur acht Konzilsvätern beauftragt worden: Die Bischöfe Ancel von Lyon, McGrath von Panama, Schröffer von Eichstätt, Wright von Pittsburgh, Guano von Livorno, Hengsbach von Essen, Ménager von Meaux und Blomjous von Mwanza. Sekretär der Gruppe war der bekannte deutsche Redemptorist und Moraltheologe Bernhard Häring.
Vom 01.02. bis 03.02.1964 versammelte sich (wie berichtet) die Arbeitsgruppe interessanterweise nicht in Rom, sondern «extra urbem» in Zürich, weil die Schweiz für die Mitglieder aus Deutschland, Frankreich und Italien verkehrstechnisch günstig gelegen war. Die Gruppe kam im Apologetischen Institut der Jesuiten an der Scheideggstr. 45 zusammen, wo die Redaktion der «Orientierung» ihren Sitz hatte.
In einem Interview mit Ludwig Kaufmann in der «Orientierung» vom 15.02.1964 erwähnte Bischof Guano nach dem Abschluss der Sitzungen ausdrücklich das positive Arbeitsklima von Zürich: Alle Titel seien für drei Tage abgeschafft worden und die Bischöfe hätten sich ebenso wie die Periti gleichermassen mit «Père» anreden lassen. Als aus dem fruchtbaren Teamwork dann auch der Wunsch entstand, gemeinsam zu beten und Eucharistie zu feiern, sei das unter Bischöfen damals noch ein Novum gewesen. Ludwig Kaufmann sah darin den bescheidenen Anfang eines liturgischen Ausdrucks der neuentdeckten «Kollegialität».
(Christian Cebulj, vgl. Ludwig Kaufmann: Schema 17. In: Orientierung 28 [3/1964] 25f)

15. Februar 2014 | 00:01
von Konzilsblogteam
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