Walter Ludin

Sind Strukturen wichtig?

MachtmissbrauchDie Fragen des Amtes (Zulassung zur Weihe von verheirateten Männern und von Frauen) betrifft nicht nur die Problematik des Mangels. Es handelt sich um theologisches Recht oder Unrecht. So führte Kirchschläger im letzten, von uns zitierten Abschnitt aus. Weiter meint er:
«Es geht m. E. in erster Linie um diese prinzipielle Gerechtmachung. Vielleicht muss man und frau angesichts manch zögerlicher Haltung in diesem Bereich auch in Erinnerung rufen, dass auch Nichtgebrauch von Autorität ein Machtmissbrauch werden kann. Ich möchte auch nicht darauf warten, bis «die Frauen selber … mit ihrem Schwung und ihrer Kraft, mit ihrem Übergewicht sozusagen, mit ihrer ‹geistlichen Potenz’ sich ihren Platz zu verschaffen wissen.
Es wäre ein Missverständnis, würde aus diesen Überlegungen gefolgert werden, dass überall in der Kirche neue Strukturen eingeführt werden müssten. Das sicherlich nicht. Aber es muss klar sein, dass ein Wandel in den Strukturen möglich und dass eine Entdiskriminierung der entsprechenden Befähigungskriterien für Dienste dringend notwendig ist. Andere rechtliche Argumente mögen dann noch hinzu kommen. Sie können sich aber bestenfalls auf den theologischen Befund berufen und haben daher nachgeordneten Charakter. Denn «die Kirche muss etwas vom Wesen Gottes sichtbar machen – so der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl. Und er fügt hinzu: " Das muss bis in die Strukturen hinein gehen.»
Soweit Kirchschläger. Zum Stichwort Strukturen: Im Zischtigs-Club wurde Papst Benedikt vorgeworfen, sich nicht um die Änderung von Strukturen zu kümmern. Dies sie gar nicht so wichtig, wurde entgegengehalten. Es gibt offenbar auch Bischöfe, die anderer Meinung sind…. (Zum Club äussert sich auch mein Blog-Kollege Angehrn.)

9. April 2010 | 01:52
von Walter Ludin
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