Jeannette Röthlisberger

Sichtbar sein in der virtuellen Welt

Die Kirche gehört ins Web! Das hat nicht nur der Vatikan schon früh entdeckt, es gehört für alle (oder fast alle) Pfarreien, Bistümer und Kirchen heute dazu, die Gläubigen mit ihren je eigenen Informationen zu versorgen. Die Kirche gehört so ins weltumspannende Netz wie alles andere auch, sie hat ihren Platz in der virtuellen Welt genauso wie in der reellen. Viele Ordensgemeinschaften haben das schon früh erkannt und pflegen eigene Webauftritte (siehe auch www.kath.ch/orden).

In früheren Zeiten waren die Klöster und Ordensleute fest in der Welt der Gläubigen verankert, fast jede Familie hatte jemanden in einem Kloster – der Zugang zu den Menschen war so geschaffen. Heute sind die Menschen weit weg von der Kirche, und die Kommunitäten leiden an grossem Nachwuchsmangel. Hat dies einen Zusammenhang? – Jedenfalls ist es meiner Ansicht nach schon so, dass die Orden genauso wie die Kirche für die Menschen da sind. Sie sind die Bastionen des stillen Einstehens für diese Welt, für Werte wie Spiritualität, Verlässlichkeit und Besitzlosigkeit. Ihr Wirken ist vorhanden, aber ihre Ausstrahlung in unsere sichtbare Welt hat gelitten.

Da ist gerade auch der neu geschaffene Webauftritt der Karmelitinnen von Le Paquier (www.carmel-lepaquier.com) ein Akzent, der sich wohltuend abhebt. Die Schwestern haben sich einen lebendigen und authentischen Auftritt gegeben, der zusammen mit Videosequenzen und einem lebendigen Facebook-Auftritt sicher dazu beiträgt, ihre Spiritualität und ihre Ausstrahlung in die Welt hinaus zu tragen.

Leider tun sich aber viele der kleineren Frauengemeinschaften heute noch schwer, sich mit dem Thema Web-Auftritt zu befassen, sei es aus Desinteresse oder aus Mangel an Personal und Erfahrung. Dies, obschon sie mit massiver Überalterung und Mangel an Nachwuchs kämpfen. Könnte hier denn nicht auch ein sichtbarer Auftritt Hilfe schaffen? Solche Seiten heben sich aus der Masse der Negativmeldungen, des Sensationsjournalismus und der Pokémonwelt hervor und kommen so in Kontakt zu den suchenden Menschen. Ich wünschte mir noch viel mehr solche Leuchten im Dunkel der Zeit!

22. Juli 2016 | 09:32
von Jeannette Röthlisberger
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