Heinz Angehrn

Showdowns

Nach etwa eineinhalb Jahren immer wieder Lesen und wieder Abstand-Nehmen habe ich mich nun durch alle Wallander-Romane von Henning Mankell durchgearbeitet. Fehlt nur noch der Band «Wallanders erster Fall» mit Kurzerzählungen. Der zählt aber eigentlich nicht zur Gesamtreihe (eher noch «Vor dem Frost», der Roman, der aus der Sicht von Linda, Wallanders Tochter, formuliert ist) und ich nehme ihn mit in drei bevorstehende Wochen «été indien» in Quebec.
Fast einziger Kritikpunkt, den ich an Mankells Erzählstil in den Romanen auszusetzen habe, ist sein Hang, jedes Werk mit einer dramatischen Showdown-Episode zu beenden, in der der/die Täter/in gefasst wird/werden, bevor dann im emotional-psychologischen Epilog der Kommissar eine Nachbearbeitung vornimmt. Ich frage mich, warum ein Autor, der so subtil an den Persönlichkeiten arbeitet, immer doch noch den grossen Knalleffekt braucht, der zudem den Verdacht erweckt, dass schon früh an möglichst viele Verfilmungen gedacht wurde.
Also ich hätte auf einige dieser Szenarien verzichten können. Ausgenommen in «Die falsche Fährte», in der im Showdown mehr als blosse action drin steckt.

25. August 2009 | 13:00
von Heinz Angehrn
Lesezeit : ca. 1  Min.
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