Selbstbewusste Muslime werden zum Problem
Muslime wurden erst dann zum Problem, als sie selbstbewusst wurden und ihre Rechte einforderten. Diese These vertritt Katajun Amirpur im hier bereits zwei Mal zitierten Publik Forum-Extra-Gespräch.
Der in Deutschland gelebte Islam wurde ja auch eigentlich erst zum Problem, als er sichtbar wurde. Solange die jungen oder die älteren Frauen nur als Putzfrauen beschäftigt waren, hatte kaum jemand ein Problem damit, dass sie ein Kopftuch trugen.
Aber als sie dann Bankangestellte und Arzthelferin oder sogar Ärztin wurden; als sie gesagt haben, wir sind Teil dieser Gesellschaft, wollen es aber sein mit Kopftuch, da wurde das auf einmal ein Problem. Denn plötzlich hatte man es mit Leuten zu tun, die auf Augenhöhe argumentierten, und zwar eloquent, und die sagten: Ich bin jetzt genauso Deutsche wie ihr, qua Pass, laut Staatsangehörigkeit, und ich fordere jetzt hier meine Rechte ein.
Das war wahrscheinlich der Punkt, wo es kippte und man sagte: Oh Gott, die benehmen sich auf einmal gar nicht mehr wie Gäste. Die können wir nicht mehr paternalistisch umarmen, die sind selbstbewusst. Das gleiche Phänomen wie beim Kopftuch haben Sie auch beim Moscheebau, beim islamischen Religionsunterricht. Überall da, wo der Islam sichtbar wird und wo Muslime selbstbewusst ihre Rechte einfordern.
Ich erinnere mich: In Guatemala erzählte mir ein Schweizer Unternehmer: «Die Indianer werden frech.» Sie liessen sich nicht mehr unterdrücken. Werden auch die Muslime «frech», weil sie so leben wollen wie es ihnen gefällt: Muslimas mit oder ohne Kopftuch ……
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