Sehen wir in den Flüchtlingen Menschen?
Gehen wir die Flüchtlingsfrage mit Angst oder mit Zuversicht an? Diese Frage nannte Sabine Demel in ihrer Laudation für den Herbert Haag-Preisträger Bischof Heinrich Bedford-Strohm. Sie bezieht sich zwar auf Deutschland. Doch sind ihre Worte sicher auch für die Schweiz aktuell:
«In der sogenannten Flüchtlingskrise hat sich Heinrich Bedford-Strohm von Anfang und immer wieder klar und unmissverständlich zuversichtlich, aber keineswegs realitäts-fremd positioniert. «Jetzt müssen wir entscheiden» – sagt und schreibt er: «Wollen wir uns die Flüchtlinge mit Militär und Stacheldraht vom Leib halten? Oder sehen wir die Menschen als Menschen und stehen ihnen bei? Es sind uns Aufgaben gegeben, die wir so noch nicht hatten, da müssen wir uns vorwärtstasten. Nur dürfen wir dabei nicht Werte aufgeben, die für unser Land grundlegend sind.
Da steht viel auf dem Spiel.» Und deshalb lautet für Heinrich Bedford-Strohm die Frage, die über allem steht: «Wählen wir für unser politisches Vorgehen in Deutschland einen Ansatz der Angst oder einen der Zuversicht? Das wird entscheiden, ob wir die Flüchtlingskrise bewältigen.» Nun sage keiner, Heinrich Bedford-Strohm hat gut reden – als Kirchenmann und von der Kanzel herab, fernab aller Flüchtlingsströme und Flüchtlingslager. Nein, dieser Einwand greift nicht. Heinrich Bedford-Strohm weiss sehr gut, wovon er spricht, und was das für eine Herausforderung für die Gesellschaft, für die Kirche, für uns alle und für jede(n) von uns ist. Denn er geht immer wieder vor Ort und sucht den Kontakt mit den betroffenen Menschen. So hat er schon Flüchtlingslager hier in Deutschland besucht, aber auch im Nordirak, in Serbien und in Ungarn.»
Die Rechte sämtlicher Texte sind beim Katholischen Medienzentrum. Jede Weiterverbreitung ist honorarpflichtig. Die Speicherung in elektronischen Datenbanken ist nicht erlaubt.


