Walter Ludin

Segen emfangen ...

Einander zum Segen seinWir befinden uns in einer Woche der Segnungen: Gesegnet werden in diesen Tagen Kerzen, Hälse, Brot oder auch Feuer. Dies dürfen wir nicht als Magie missverstehen. Segnungen sind kein Zauber, sondern Zeichen der Zuwendung Gottes, seiner helfenden, heilenden und stärkenden Nähe.(…)Vergessen wir nicht: Wir alle können einander segnen: Segnungen sind kein Privileg von Priestern. Dazu im 1. Petrus-Brief der Aufruf an alle Getauften: Segnet, weil ihr dazu berufen seid, dass ihr Segen erbt.»
Dazu noch etwas ganz wichtiges: Segnen bedeutet nicht bloss, einander segnende Worte und Gesten zuzusprechen. Unser ganzes Leben kann/soll segensreich sein. Daran erinnerte das Motto des 1. ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin «Ihr sollt ein Segen sein». Was kann das heissen, einander zum Segen gereichen? Es kann bedeuten; in der Nachfolge Jesu sein Werk weiterzuführen; Zeichen Gottes in dieser Welt zu sein. Oder mit einem Wort des Hl. Franz von Assisi: «Niemand soll von euch weggehen, ohne getröstet zu werden.»Dies ist nicht immer einfach. Wenn wir ehrlich sind, gestehen: Bei menschlichen Begegnungen in Gefahr, uns selber in den Vordergrund zu stellen. Wir reden/ erzählen von uns und übersehen, dass auch unser Gegenüber sich einbringen»«¢ Trost/Zuwendung braucht»«¢ meistens genügt es, wenn wir bereit sind, ihm zuzuhören»«¢ schon manche/r nach einem Seelsorgegespräch: «Sie haben mir sehr geholfen.» nichts anderes getan, als zuzuhören.Ja, so einfach kann es sein, einander zum Segen zu werden. Versuchen wir es doch!(Predigt in Udligenswil, So 9.30 Uhr und in Adligenswil, So 11 Uhr)

31. Januar 2010 | 01:32
von Walter Ludin
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