Sebastian Tromp SJ (1889–1975)
Der Name Sebastian Tromp ist im Konzilsblog bereits in 16 Beiträgen erwähnt worden, ein Beleg dafür, wie wichtig das Wirken dieses Jesuiten in den Konzilsvorbereitungen und während der ersten Konzilssession war. In den nächsten Tagen soll Tromps Leben und Wirken sowie dessen theologische Ausrichtung noch etwas genauer aufgezeigt und eingeschätzt werden.
Der am 16. März 1889 in Beek (Limburg) geborene niederländische Theologe trat 1907 in den Jesuitenorden ein und absolvierte philosophische, philologische und theologische Studien in Oudenbosh, Amsterdam und Maastricht, bevor er 1925–1926 Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana studierte, wo er danach gleich drei Doktortitel erwarb (die dafür benötigten Leistungen sind nicht mit dem heutigen Aufwand für eine Doktorarbeit vergleichbar). 1929–1960 dozierte er an der Gregoriana, der sicher bedeutendsten kirchlichen Universität Roms, Fundamentaltheologie und Religionsgeschichte. Wie bei guten oder zumindest auffälligen römischen Professoren üblich stand er auch für Tätigkeiten zugunsten der römischen Kurie zur Verfügung. Besonders erwähnenswert ist sein Beitrag zur Enzyklika Mystici corporis aus dem Jahre 1943. In Sachen Konzil leistete er als Sekretär der vorbereitenden Theologischen Kommission von der Kurie her wichtige Vorarbeiten, wo er aber durch den Sekretär des Heiligen Offiz, Kardinal Alfredo Ottaviani, zu dem er ein schwieriges Verhältnis hatte, auch eingeschränkt wurde. Am Konzil selbst erlebten Tromp, nun Sekretär der Theologischen Kommission, Konzilsväter und Theologen der Konzilsmehrheit als sehr selbstbewusst, ja autoritär; Tromp versuchte besonders das Wirken des Sekretariats für die Einheit der Christen möglichst einzuschränken (siehe Konzilsblog 26.7.2012/24.9.2012 usw.). Seine Zeit als einflussreiche Person lief zu Beginn der zweiten Konzilssession ab; es wurde ihm Gérard Philips (zu diesem belgischen Monsignore siehe Konzilsblog 15.10.2012) als zweiter Sekretär beigestellt, was Tromp immer mehr marginalisierte. Tromp setzte aber gewissermassen den Schluss des Konzils, den er gab 1966 nach der Erstellung von umfangreichen Registern das Archiv des Zweiten Vatikanischen Konzils an das Vatikanische Archiv ab. Er verstarb 1975 in Rom.
(ufw/vgl. Michael Quisinsky/Peter Walter: Personenlexikon zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Freiburg-Basel-Wien 2012, S. 274 f.; vgl. Alexandra von Teuffenbach: Konzilstagebuch Sebastian Tromp I/1. Rom 2006, 12–40.)
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