Walter Ludin

«Schnösel»

… und «Achtundsechziger»(Weiter bei Röser:)Außerdem sind es heutzutage überwiegend «konservative» Leute der breiten Mitte des Gottesvolks, die über die bleierne Stagnation erheblich beunruhigt sind. Ja mehr noch: über den offenkundigen restaurativen Kurswechsel gegenüber vielem, was im Zweiten Vatikanischen Konzil angedacht und angeregt worden war. Die einladende, einfühlende dialogische Sprache vieler Konzilsdokumente geht den neueren lehramtlichen Texten mit vielen apodiktisch schneidenden Formulierungen völlig ab. Sprachlich und denkerisch tun sich zum Beispiel zwischen dem Ökumenismusdekret und der für das katholisch-evangelische Verhältnis verhängnisvollen Erklärung «Dominus Jesus» von 2000 geradezu Abgründe auf. Persönlichkeiten moderater Haltung, Priester wie Laien, werden plötzlich als «Altliberale», «Altkluge», «Achtundsechziger» und «Aussterbende» beleidigt und lächerlich gemacht. Geistliche, die zum Teil jahrzehntelang um die religiöse Erneuerung ihrer Gemeinden – oft leider mit mäßiger Resonanz – gerungen und gekämpft haben, werden auf einmal von arroganten «Feuilleton-Katholiken» und jüngeren Leuten, die mancher früher schlichtweg als «Schnösel» bezeichnet hätte, an den Pranger von Häresie und Irrlehre gestellt.
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Es ist nicht unbedingt ein erhebende Gefühl, als Dinosaurier behandelt zu werden. Und was die Feuilleton-Katholiken» betrifft: Was tun sie für die Gläubigen? Während sich die von ihnen Beschimpften Tag und Nacht abmühen (auch helfend und tröstend), profilieren sie sich damit, indem sie vorkonziliaren –pardon!!- Mist aufwärmen. Nein, so wird die Kirche höchstens ins Museum, aber nicht in die Zukunft geführt!

23. Juli 2011 | 01:51
von Walter Ludin
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