Konzilsblogteam

Rückblick eines Konzilsberaters

Auch der Konzilsberater Joseph Ratzinger denkt rückblickend über den Ertrag der ersten Konzilssession nach. Kein Text ist verabschiedet, kein greifbares Ergebnis erzielt: also negative Bilanz? Nein, meint der Theologe, oder genauer: «in dieser scheinbar negativen Bilanz liegt das grosse, überraschende und wahrhaft positive Ergebnis der ersten Periode, denn darin drückt sich die Umwälzung gegenüber dem Geist der Vorbereitungsarbeit und das wahrhaft Epochemachende dieser ersten Konzilssitzung aus». Diese Umwälzung wird auch noch konkreter an den Personen und am «offensiven» Charakter des Liturgieschemas festgemacht: «Die Bischöfe waren nicht mehr dieselben wie vor der Eröffnung des Konzils. Zum ersten hatten sie sich als Episkopat, als eine Grösse mit eigener gemeinsamer Verantwortung entdeckt; zum anderen war mit dem Liturgieschema an Stelle des alten ‹Anti› der Negation eine neue positive Möglichkeit vor ihnen aufgetaucht, die Möglichkeit, aus der Defensive herauszukommen und christlich offensiv zu werden, positiv zu denken und zu handeln.»
(emf; Zitate aus: Ra Ko 1,41f.58)

31. Juli 2013 | 00:57
von Konzilsblogteam
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