Heinz Angehrn

«Routinemässig»

«Geblieben ist der häufige Kommunionempfang, der routinemässig zur Teilnahme an der Eucharistiefeier gehört. Es ist ganz allgemein zu überlegen, wie die Ehrfurcht gegenüber dem Sakrament der Eucharistie wieder vermehrt werden kann.» (Bischof Vitus)
Dieses Wort «routinemässig» stimmte wirklich so lange, als dass der Besuch der sonntäglichen Eucharistiefeier Regel und Gebot, und die Kirchen bestens gefüllt waren. Da waren sicher Kreti und Pleti anwesend, solche die wollten, solche, die mussten, und solche, die ungern da waren. (Doch gerade in solcher Situation – es war exakt 1979-81 in Savognin – fiel mir auf, dass die Männer und die männlichen Jugendlichen im Schnitt nicht zur Kommunion gingen – entweder, so folgerte ich, sündigen die männlichen Wesen im 6.Gebot viel mehr oder sie beichten weniger…) Doch nun geht ja niemand mehr «routinemässig» einfach so in die Eucharistiefeier. Wer noch regelmässig kommt, kommt bewusst und kommuniziert auch bewusst.
Und apropos: Bei Eucharistiefeiern mit vielen unkundigen Teilnehmenden (Hochzeiten, Trauerfeiern, Weisse Sonntage) sage ich immer den exakt gleichen Satz: «Zur Kommunion sind die eingeladen, die zur Eucharistie oder dem Abendmahl eine lebendige Beziehung haben.» Gerade, um dem «routinemässig» vorzubeugen.

27. März 2014 | 15:00
von Heinz Angehrn
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