Ritenstreit und kein Ende
Das römische Verbot, den von den Jesuiten in China eingeschlagenen Weg einer Anpassung des Christentums an die Gebräuche der Ahnen- und Konfuziusverehrung zu gehen, hat seiner Ausbreitung geschadet und wirkt bis heute nach. So bemerkte der aus Nanyang in China vertriebene Bischof Pietro Massa in seiner Intervention zu den «Leitsätzen über die missionarische Tätigkeit der Kirche»:
«Alle werden zugeben, dass es in den äusseren Strukturen und Organisationsformen der katholischen Kirche noch vieles gibt, was entsprechend der Verschiedenheit der Völker und Länder geändert werden könnte. Das haben Pius XII. und Johannes XXIII. ganz klar gelehrt.
Ich möchte dazu aus eigener Erfahrung einen Beitrag bieten. Während der langen Jahre, die ich in China zugebracht habe, hat sich in mir die Überzeugung gefestigt, dass es in der Hauptsache nicht Forderungen des Glaubens sind, die die Chinesen hindern, das Christentum anzunehmen; denn die Sitten dieses edlen Volkes können zu Recht ‹von Natur aus christlich› genannt werden. Aber die grosse Schwierigkeit, auf die der Chinese, der Christ werden will, stösst, liegt für ihn darin, dass er der Gesamtheit alter Bräuche und Sitten, die ihm von seinen Ahnen überliefert worden sind, den Abschied geben muss und sich einem fremden Kult anschliesst, und das wird ihm als Verbrechen angerechnet.»
(Giancarlo Collet)
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