Konzilsblogteam

Ringen um die Aussagen zu den Juden

Was nun mit dem Text über die nichtchristlichen Religionen, in dem die Aussagen zu den Juden in ihrer politischen Brisanz erkannt worden waren? Die Schwierigkeiten und verschiedenen Strategien werden am 12. Mai 1965 im Einheitssekretariat besprochen. Bischof De Smedt schlägt als neue Variante vor, im Text selbst zu betonen, dass die Erklärung keinen Bezug zur gegenwärtigen politischen Situation habe.
Ein Nebenthema der Debatte ist, wie offenkundig in der Konzilsaula werden solle, dass gewisse Textteile auf den Wunsch von Papst Paul VI. verändert worden seien.
Man entscheidet sich schliesslich für zwei Textveränderungen, nämlich die Nichterwähnung des Gottesmord-Vorwurfs und seiner Verurteilung sowie eine abgeschwächte Form der Verurteilung des Antisemitismus (statt «deplorat et damnat» lediglich «reprobat»; vgl. NA 4).
Der überarbeitete Text solle in der vierten Session der Konzilsversammlung vorgelegt werden.
(emf; vgl. A 4,655-659)

12. Mai 2015 | 00:04
von Konzilsblogteam
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