Richard Strauss
Nur ein Zwischenruf: Unsäglich, heute in einzelnen Artikeln die Beurteilungen zum letzten grossen Opernkomponisten der Geschichte zu lesen. Etliche Dummheiten werden da von hehren Experten/innen verkündet, denn
a) R.S. wird etwa vorgeworfen, er habe die Tonalität nicht verlassen. Gottseidank handelte und komponierte er so, denn sonst würden wir von ihm nichts mehr hören (wollen). Wer sich in hohem Alter mit «Capriccio» von der Bühne verabschiedet, ist ein Genie. Den Herren Berg, Schönberg und Co. bleiben einige einsame elitäre Fans.
b) R.S. wird vorgeworfen, dass er, obwohl Künstler, bürgerlich und Genussmensch blieb. Was ist daran schlecht?
c) R.S. wird vorgeworfen, er habe sich von den Nazis «vereinnahmen» lassen. Die Wahrheit ist eine andere: Er arrangierte sich mit ihnen seiner jüdischen Verwandten wegen, und er liess es 1935 bewusst zum Eklat kommen, als er mit Stefan Zweig zusammenarbeitete. Von da an war er «verdächtig». Wenn schon solche Vorwürfe, dann beschäftige man(n) sich mit Herrn von Karajan.
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