Walter Ludin

Retro-Strategien der Päpste

Rollen rückwärtsAn dieser Stelle habe ich bereits zwei Bücher besprochen über den rückwärtsgewandten Kurs von Benedikt XVI.
-Norbert Sommer, Thomas Seiterich (Hg.): Rolle rückwärts mit Benedikt. Wie ein Papst die Zukunft der Kirche verbaut.Hermann Häring: Im Namen des Herrn. Wohin der Papst die Kirche führt.
Peter Bürger skizziert in seinem hier am Montag rezensierten Buch die nach rückwärts gewandte Politik von Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paul II.:«In diesem Buch fehlt der Raum die Vorgänge und Strategien der letzten drei Jahrzehnte zu dokumentieren. Ich nenne hier nur stichwortartig die Wiederaufnahme der Modernistenverfolgung (von Küng bis Drewermann), den Aufstieg des Opus Dei und insgesamt einen rechten Rechtsschwenk, den Feldzug gegen die lateinamerikanische Kirche der Armen und ihre Befreiungstheologen, die Kanonisierung eines patriarchalischen Frauenbildes, den Verlust jeglicher Dialogfähigkeit in Fragen der Sexualethik, eine Inflation von «Heiligsprechungen» ohne nennenswerten Bezug zum Glaubenszeugnis in der modernen Welt, die Gleichschaltung der Ortskirchen durch zentralistische Personalpolitik, die Herabwürdigung der weltweiten Bischofskonferenz zu einem völlig unverbindlichen Gesprächskreis, eine fortschreitende Verbannung aller Beteilungsrechte der Gläubigen.» (S. 104)
Ich finde diese Aufzählung ebenso treffend wie erschütternd! Wann geht’s endlich wieder vorwärts/aufwärts?

21. November 2009 | 01:48
von Walter Ludin
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