Reisen und arbeiten
Zur gemeinsamen Arbeit an einem Konzilstext (siehe gestern und vorgestern) war auch P. Yves Congar nach Mecheln gereist. Am Samstag, 7. September 1963, war er um 5.55 Uhr in Genf abgeflogen. Der Flug mit einer Boeing war für Congar scheinbar eine neue Erfahrung. Eigens vermerkt er, sie sei grösser und stärker als die ihm bekannte Caravelle. Viel Konzilsarbeit war nur dank neuer Verkehrsmittel möglich! Zugleich nahmen die beteiligten Personen oftmals immense Strapazen auf sich. 10 Tage später nimmt Congar für einen einzigen Tag in Mecheln zwei Nachtfahrten per Zug auf sich und klagt über starke Beschwerden im Bein und in der Hand.
Nach dem Flug, der weniger als eine Stunde dauerte, stellt sich in Brüssel heraus, dass niemand Congar abholt, weil man ihn aufgrund eines Missverständnisses am Vorabend erwartet hatte. Trotzdem ist er um 10 Uhr vor Ort.
Nach der Arbeit des Tages will er mit zwei anderen am Abend noch einen Text redigieren, aber – eine bekannte Erfahrung – es geht nicht. Zu müde sind die drei, und Redaktionsarbeit zu dritt funktioniert nicht. «Jeder verlässt sich auf den anderen, man verliert Zeit, man kommt nicht voran» (Co 1,396).
Trotzdem wird am Folgetag, Sonntag, 8. September 1963, weitergearbeitet. Doch die Notizen zeigen, dass auch das Konzept noch immer nicht ganz klar vor Augen steht. Gérard Philips erhält den Auftrag, bis zum nächsten Treffen am 17. September 1963 einen Text zu verfassen, der allem gerecht wird. Und in der Tat, über den 17. September wird Congar notieren: «Mgr. Philips hat eine unerhörte Gabe, in einem Text alles gut zu integrieren. … Niemand anders als Mgr. Philips hätte diese Arbeit machen können oder könnte sie machen» (Co 1,398).
(emf)
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