Protokollfragen
«Freunde besuchen», in dieser Bereitschaft liegt der Schlüssel zu den Protokollschwierigkeiten, die vor Beginn der Pilgerreise von Paul VI. gelöst werden mussten. Hauptproblem war, so Kardinal Augustin Bea im Rückblick, der mehrere Jahrhunderte gültige Brauch, «dass der Papst die Besuche nicht persönlich erwidert, sondern sich dazu seines Staatssekretärs bedient» (Schm 596). Doch wie würde dies auf die Patriarchen wirken? «Nun aber erklärte sich der Heilige Vater ohne weiteres bereit, die Gegenbesuche bei den nichtkatholischen orientalischen Patriarchen persönlich abzustatten, also nicht nur beim Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel […], sondern auch bei den anderen Patriarchen, die ihm einen Besuch machen wollten» (Schm 596).
Papst Paul VI. selbst sagte zu Kardinal Bea: «Ich gehe in das Heilige Land als einfacher Pilger, ohne Tiara und Mitra. Einige haben wegen meines persönlichen Gegenbesuches beim Ökumenischen Patriarchen Schwierigkeiten bereitet, aber ich sehe darin keine Schwierigkeit. Auch Jesus hat seine Freunde besucht; warum sollte sein Stellvertreter auf Erden das nicht tun dürfen?» (Schm 596f).
(emf)
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