Dieses weitaus grössere Übel schwappt immer mehr über sämtliche einigermassen entwickelten Gesellschaften herein. Mensch-Sein definiert sich neuerdings über die Fähigkeiten:
– möglichst schnell alles und das auch noch überall zu wissen,
– möglichst permanent mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu stehen,
-»ge-like-t» zu werden (nur schon diese englische Verballhornung ist Unfug totalis),
– und dies auch noch ständig kund zu tun.
Junge Menschen schauen sich nicht mehr die Wunder der Natur an, sondern starren ständig auf ihre Geräte. Selbst gediegen aussehende Erwachsene laufen wie soziale Autisten durch Strassen und Bahnhofhallen. Im Eisenbahnabteil wird der Lesende durch permanentes Gequatsche mit Familie oder Arbeitskollegen drangsaliert. Werte wie saubere Information und Überprüfung der Wahrheit werden ausgehöhlt, Journalisten/innen werden zu blossen Repetieren/innen des Blödsinns; sogar Wahlen können so beeinflusst werden …
Wer sich diesen Zwängen verschliesst, wird als Mischung von Kaspar Hauser und Ötzi mitleidig belächelt.
Der Schreibende kündigt an, dass er im August 2018 sein I-Phone in die Schlucht des Orino werfen wird. Nebst Telefonat auf Festnetznummer und Brief wird maximal noch das E-Mail geduldet, und auch dies nur ungern.
Heinz Angehrn
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/der-zwang-zum-vernetzt-sein-muessen/