Advent ist ein Weg von der 1. zur 4. Kerze, vielleicht ein Pilgerweg… also eine Ent-Wicklung. 4 Wochen lang erinnern wir uns und feiern wir eine sehr lange grosse Ahnung, eine Intuition, eine Erfahrung, eine Botschaft – von Erloesung.
A) Mt (24.37-44) erinnert uns an die Ur-Erfahrung – geschildert im Bild, in der Erzaehlung von der Arche Noah (Genesis 6.9…)
1.) Wie wird die Menschheit wahrgenommen aus der Sicht des Jahwe-Gottes?
1a: Noah + Co gelten als gut, sie leben in Uebereinstimmung mit dem Jahwe-Gott.
1b: Die Menschheit aber wurde wahrgenommen als ein scheckliches Uebel, fuerchterlich…
Ihr Ziel und ihr Vergnuegen: essen, saufen, huren und ueberall Gewalt…
Der Jahwe-Gott sieht die Menschheit als gut vor allem aber als boese.
2.) Wie entscheidet der Jahwe-Gott?
2a: Diese Menschheit muss ausgeloescht, vernichtet werden. Gott sieht ein: was ich geschaffen hab’ ist bedauerlicherweise totales Uebel.
2b: Die einzige Menschenfamilie, die das tut was richtig ist (in den Augen Gottes) soll durch einen Heils-
Bund gerettet werden. Der Jahwe-Gott ist zerstoerend und erloesend.
3.) Die Strategie des Jahwe-Gottes.
3a: Eine alles Leben zerstoerende Flut wird alles vernichten.
3b: Eine Arche wird die rechten Leute retten.
Dieser Jahwe-Gott ist vernichtend und konstruktiv rettend.
Das Tier, das sich bis in die Bewusstseinsebene entwickelt hat, der homo sapiens, ist verfehlt… er hat
weder den echten Sinn des Lebens gefunden noch ein gewaltfreies Handeln erfunden – so geht’s nicht…
Doch Rettung ist moeglich: Nicht in der Verhinderung der vernichtenden Flutwellen, nicht in der Kanalisierung der toedlichen Flut sondern in einer die Flut transzendierenden Arche.
B) Mt gibt eine schreckliche Weisheit bekannt: «Wie es war im Anfang (zur Zeit des Noah), so auch
jetzt (zur Zeit Jesu) und immerdar (2016/17 …)» Alles Leben ist dem Tod anheimgegeben. Das Noah-Bild
von der Leben-vernichtenden-Flut zeigt eine «ewige Wirklichkeit», noch schlimmer: diese ueblen Menschen merken es nicht einmal… wie uebel sie sind und wie die Flut vernichtet… keine Ahnung… bis heute sind sie «realitaets-blind». Ihre Wahrnehmung ist behindert, verzerrt, intentionalisiert – sie sehen nicht – wie Gott – die Wirklichkeit. Daher spuelt die alles vernichtende Flut alles Leben weg und der bewusstseinsbegabte Mensch merkt es nicht einmal und das bis heute.
Darum der dringende Ruf: wachet auf… seid bereit… erspuert, was sich ereignet…
entdeckt den Weg in die Fuelle des Lebens…
C) Mt weist hin auf einen Sohn der Menschheit, der im Kommen ist und die Jesus-Bewegung wird
uns klar machen, dass die neue rettende Arche eine Person ist, ein Menschenskind. Dieser Sohn der Menschheit ist stets im Ankommen – darum kann Zeit und Ort nicht erkannt werden; jetzt und ueberall
ist ER ankommend. Das ist sein Status. Die vernichtende Todesflut wird transzendiert in einer Person, die stets nur im Ankommen begriffen wird.
Im Advent 2016 stellen wir fest:
* Die Todesflut vernichtet Leben hier und jetzt, allzeit und ueberall…
(vielleicht merken es einige, die Auferweckten… )
* Die Rettung aber hat sich entwickelt: einst wurde sie als organisierte Arche gesehen; seit nun 2000 Jahren wird sie als Person gesehen; das ist eine Entdeckung der Wende-Zeit. Die Mehrheit der Menschheit aber sieht die Rettung des Menschen noch immer in der «Organisation»: zB. in der Menschenrechts-Organisation, im Handelsabkommen, in den Versicherungen, in den Konferenzen, im Kriegswesen, in den Erziehungs-Organisationen… und die Glaeubigen sehen die Rettung in den Kirchen als Organisationen:
«wer der Kath. Kirche angehoert, ist gerettet etc…» Der grosse Schritt in der Wendezeit ist die Entdeckung, dass eine Person als Rettung gilt, als heutige Arche-Noah. Die Menschheits-Rettung derer, die zur rechten
Zeit am rechten Ort das tun was (in den Augen Gottes) recht ist, ist personalisiert.
Wir haben nun wieder 4 Wochen Zeit nach dieser Person zu fragen, nach IHR Ausschau zu halten, IHR Kommen wahrzunehmen – eine interessante christliche Advents-Taetigkeit.
Hans Leu
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.blogs-kath.ch/die-ahnung-von-einem-retter-im-untergang/