Immer wieder gab die Frage, welche Kommunikationsstrategie das Konzil verfolgen sollte, zu reden (vgl. zuletzt den Blogbeitrag vom 10. August 2013; siehe auch zur ersten Session den Beitrag vom 5. Oktober 2012). Im Sommer 1963 äusserte der Konzilsberater Francis X. Murphy alias Xavier Rynne: «Wenn alles ein Geheimnis ist, wird nichts geheim gehalten werden» (zit. A 2, 662). Indiskretionen, darauffolgende Dementis, die sich wiederum als unwahr herausstellten, schlechtere Berichterstattung in den stärker kontrollierten katholischen Medien gegenüber anderen Presseorganen – das alles hatte Unzufriedenheit ausgelöst. Immerhin: Manche Bischöfe konnten infolge von Indiskretionen in der Presse erfahren, was sie von den lateinischen Konzilsreden nicht verstanden hatten …
In der Zeit nach der ersten Konzilssession waren vor diesem Hintergrund Empfehlungen erarbeitet worden, welche für die Lockerung des Konzilsgeheimnisses plädierten – bis hin zum Vorschlag einer Pressetribüne in der Konzilsaula.
Am 8. September 1963 veröffentlicht schliesslich der Osservatore Romano die Entscheidung für ein Pressekomitee. Die dafür ernannten Bischöfe sollten die offiziellen Pressecommuniqués für ihre jeweiligen Sprachgruppen kommentieren und erläutern.
Eine Woche vor Konzilsbeginn wurde darüber hinaus das Konzilsgeheimnis gelockert: Es galt fortan für die Entwurfstexte und Kommissionsarbeiten, während für die Diskussionen in der Vollversammlung künftig nur «die nötige Diskretion» zu beachten war.
Das Bulletin des Pressebüros enthielt gleichwohl zu Anfang der zweiten Konzilsperiode lediglich die Aufzählung der Namen der Redner ohne Zuordnung zu Inhalten. Es war die französische Sprachgruppe, die auf Initiative von Pierre Haubtmann diese Einschränkung durchbrach und den inhaltlichen Beiträgen jeweils die Namen der Redner zuordnete. Die anderen Sprachgruppen folgten bald …
(emf; vgl. A 2,662-667)
Konzilsblogteam
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