Lukas hat's geahnt...

Um im christlichen Sinne ein Problem zu loesen, muss man stets auf die Taufe aufmerksam machen. Dort hat ein Mensch den Entscheid gefaellt, in seinem Leben die ange- botene Fuelle des Lebens zu erstreben durch die situative Verkoerperung des Geistes Jesu.
Das einmal vorausgesetzt, kommt heute (33. SonC / 13.11.2016) der lukanische Jesus
(Lk 21.5-19) mit einer altbekannten Vision. Was er da noch als Vision ausgibt, das erleben wir Heutigen als Erfahrung.

Zuerst das Tempel-Beispiel:
Einst waren gewisse Baeume Tempel, sie starben. Dann waren Kunst-Bauten wunderbare Tempel (Jerusalem etc…), sie stuerzten ein, wurden zerstoert…  Dann proklamierte Jesus den Leib des Menschen als Tempel des Heiligen Geistes… diese Tempel sind mehr denn je sterblich, teils werden sie furchtbar zerstoert…  es scheint, es geht nicht anders…  nun ent-
steht die Vision: dass der Kosmos, das fantastische Universum Tempel Gottes sei…  und es ist bekannt: spaetestens, wenn nicht frueher, wird auch dieser Tempel in 4 Billionen Jahren total zerstoert sein…
Schon die Tempel-Geschichte zeigt: Alles, gar alles, wird zerstoert; Nichts, aber auch gar nichts, bleibt ewig erhalten.

Dann das reale Geschichts-Beispiel:
Die zerstoererischen Kraefte wueten immerfort: Revolutionen, Kriege, Seuchen, Erdbeben, Hungersnoete, Duerre-Katastrophen, Ungluecksfaelle und Verbrechen… wird das je enden? nicht so schnell…  Und in diesem Wueten der zerstoererischen Kraefte da kommt es gewiss zu Christen-Verfolgungen; es koennte ja sein, dass ein Gott zuernt… oder einfach nicht eingreift… oder verdunstet ist…
In dieser uns allen bekannten Situation, inmitten der Katastrophen und Anschuldigungen – wie soll sich ein moderner Christ verhalten?

1. Gehe keinesfalls auf die Falle der Verteidigung ein. Du hast in keiner Art und Weise deinen Tauf-Entscheid zu verteidigen, rational zu rechtfertigen. Und wenn alle fragen: Wo ist dein Gott? warum greift er nicht ein, will er denn nicht helfen, eventuell barmherzig sein? verteidige weder dich noch deinen Glauben. Verschwende ja keine Zeit mit Verteidigungs-Vorbereitungen – das ist in der Situation nutzlos… Hass und Elend, Verrat und Unglueck sind zu ueberwaeltigend… der Gott, der sich entzogen hat, kann nicht einmal mehr verteidigt werden.
2. Die christliche Verhaltens-Regel in diesen Situationen ist klar: Du haltest an deinem Tauf-Entscheid fest... durch dick und duenn, durch Freud und Leid, im Entzug oder im Wueten Gottes… du strebst in jedem Fall nach der Fuelle des Lebens indem du den Geist Jesu situativ verkoerperst – d.h. du tust deinen erkannten Auftrag durch alle Situationen
hindurch – taetiges Durchhalten – du hast deinen Geist der Lebensfuelle geoeffnet – Gott hin oder her –  verlassen entzogen –  du machst den Geist Jesu wirklich, effektiv in deinem durchgehenden heilend-einenden Tun; ein Geist ohne Leib ist nicht zu verteidigen, der Geist verleiblicht wirkt wunder.

Hans Leu

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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