In der Sitzung der Koordinierungskommission vom 31. August 1963 wird eine ungewöhnliche Debatte über die künftigen Organe der Konzilsleitung geführt. Ungewöhnlich ist sie deswegen, weil zu diesem Zeitpunkt die Ernennung der Moderatoren noch gar nicht offiziell ist. Während Cicoganini, der Vorsitzende der Koordinierungskommission, die Moderatoren als Delegierte seiner Kommission verstehen möchte, halten Lercaro und Felici sie für Sprecher des Papstes. Hinzu kommt noch ein ungeklärtes Verhältnis zum Präsidium des Konzils. Döpfner notiert aus der Sitzung der Kommission, das Sekretariat extra ordinem solle aufgehoben werden, und das Präsidium auf 12 Mitglieder erweitert werden. Seine Kommentare zu diesen Fragen: «Questioni sull’ordine!» und «Grosse Schwierigkeit in der Abgrenzung: Moderatores Concilii» (Dö 502).
Interessanterweise ist Cicognani selbst über die Moderatoren nicht gut informiert. Er nennt neben den tatsächlich vorgesehenen Moderatoren Agagianian, Döpfner, Lercaro und Suenens noch die Kardinäle Liénart, Ruffini und Roberti (vgl. A 2,613 Anm. 401). Döpfner notiert in seinen Aufzeichnungen zunächst ebenfalls Ruffini und Roberti, streicht diese Namen aber wieder aus.
Neben diesem Meinungsaustausch über ein unausgereiftes Thema entscheidet die Koordinierungskommission, dass das Konzilsdokument über die Offenbarung, ebenfalls wegen Unausgereiftheit, zurückgestellt wird, während De Ecclesia prominent auf die Tagesordnung der zweiten Konzilssession rückt. Ausserdem soll über die Bischöfe, die Laien und die Ökumene gesprochen werden.
(emf; vgl. A 2,613.615; A 3,9f)
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