Die Jesuitenzeitschrift entschluss (Wien), deren Redaktionsmitglied ich einige Jahre war, veröffentlichte 1988 einen von Prof. Herbert Vorgrimler/Münster redigierten Briefwechsel zwischen Karl Rahner und Kardinal König aus der Konzilszeit. Ich habe bereits mehrfach daraus zitiert und lasse heute nochmals einen Ausschnitt daraus zu Wort kommen.
Seit dem Ende der ersten Konzilssession am 8. Dezember 1962 ist mehr als ein halbes Jahr vergangen. Zur Vorbereitung der zweiten Session, die am 29. September 1963 beginnt, arbeitet Karl Rahner in Freiburg am Schema De Ecclesia Teil II. Da er gleichzeitig auch die Herausgabe des «Lexikons für Theologie und Kirche» (LThK) betreut, schreibt er heute vor 50 Jahren etwas ungeduldig an Kardinal König, der sich gerade im österreichischen Schruns/Vorarlberg in den Sommerferien aufhält:
«Eminenz,
heute erhielt ich die beiden Schemata, die E. Eminenz mir gütigst übersandten. Das Schema De Ecclesia Pars II hatte ich schon von Exzellenz Schröffer erhalten. Heute geht an ihn auch der Text eines Nachtrages zu dem bisherigen Entwurf zu den Gutachten über die drei dogmatischen Schemata ab. Ich nehme an, dass Exzellenz Schröffer auch diesen Text vervielfältigen lässt und den österreichischen und deutschen Bischöfen zusendet. Ausserdem habe ich auf den Wunsch E. Eminenz und Exzellenz Rusch ein Gutachten über das Votum von Balic zum Schema de BMV in Arbeit. Ich hoffe, dass ich es Ende dieser Woche an Bischof Rusch schicken kann. Exzellenz Schröffer hat mir noch nicht mitgeteilt, ob ich nach Fulda kommen soll oder nicht. Allmählich wäre es mir wichtig, dies zu wissen, um über meine ‹Ferien› (die keine sind) disponieren zu können (ich laufe jeden Nachmittag in den Verlag wegen des LThK). Mit dankbaren Grüssen und Wünschen bin ich E. Eminenz ehrerbietigst ergebener Karl Rahner SJ.»
(Christian Cebulj, vgl. entschluss Nr. 43[6/1988] 36.)
Konzilsblogteam
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