Am 30. Juli 1963 empfahl Gerhard Fittkau, der Leiter der deutschsprachigen Abteilung des Konzils-Pressebüros, Julius Kardinal Döpfner Johannes Oesterreicher für Vorträge und als Fachmann für die Diskussion von jüdisch-christlichen Fragen. Fittkau und Döpfner kannten sich von ihrer Studienzeit her in Rom, wo sie beide im Päpstlichen Kolleg Germanicum et Hungaricum wohnten und studierten.
Im Brief, der heute vor 50 Jahren geschrieben wurde, beklagte sich Fittkau, dass die amerikanischen Bischöfe den Direktor des «Institute of Judaeo-Christian Studies» in New York nicht als Konzilsperitus beigezogen hatten, obwohl Oesterreicher sogar Konsultor des Einheitssekretariats von Kardinal Bea war.
Oesterreicher sollte angesichts der Polemik nach der Uraufführung um Rolf Hochhuts «Stellvertreter» (20. Februar 1963) umso mehr beigezogen werden, weil die deutsche katholische Öffentlichkeit nun sehr hellhörig [und sicher auch verunsichert] sei. [Mit diesem unhistorischen Theaterstück erlitt das bisher gute Bild von Papst Pius XII., dem Hochhuth angesichts des Holocausts auf polemische Art Schweigen vorwarf, erhebliche Kratzer, die bis heute andauern.] Oesterreicher würde im Übrigen auch gerne den englischsprachigen Bischöfen und Bischofskonferenzen seine Anliegen vortragen.
Am Schluss des Briefes unterliess es Fittkau nicht, seiner Hoffnung auf bessere Arbeitsmöglichkeiten für den Dienst zugunsten der Presse Ausdruck zu geben: ein schöner Wink mit dem Zaunpfahl an das Mitglied der Koordinierungskommission des Konzils, sich auch dieser Sache anzunehmen.
(ufw; Dö 490–492; Michael Quisinsky/Peter Walter: Personenlexikon zum Zweiten Vatikanischen Konzil. Freiburg-Basel-Wien 2012, S. 94 f., 106 f.)
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