Wie lange brauchen wir noch AKWs?

Eine Vorbemerkung: Wir hätten sie eigentlich nie gebraucht. Und sie wurden uns ohnehin mit Lug und Trug «schmackhaft» gemacht:

Was nun?

Es wurde uns Sicherheit vorgegaukelt, nach dem Motto des berühmten (mehr als 40-jährigen) Witz: Im Flugzeug kommt die Ansage: «Wir fliegen heute erstmals ohne Piloten. Aber keine Angst. Es kann nichts passie passie passieren.»

Und dann passierte doch etwas in Tschernobyl, in Fukushima. Aber doch nicht bei uns! Doch schon zuvor passierte etwas in der Schweiz, in Lucens, schon 1969 gab der dortige Versuchsreaktor seinen Ungeist auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Lucens#Versuchsatomkraftwerk_Lucens.

Wer erinnert sich noch daran??

Heute haben wir die allerältesten AKWs der Welt. Aber weil wir in der Schweiz sind, «kann nichts passieren». Trotz Lucens, auch in der Schweiz.

In der Debatte wird Angst geschürt, vor der «Stromlücke». Aber diese fand bisher auch dann nicht statt, wenn mehrere AKWs abgeschaltet sind: Letzten Sommer hat das Netz den Ausfall von allen fünf Reaktoren bewältigt, und diesen Winter wird nur die halbe AKW-Leistung zur Verfügung stehen. Beznau 1 und Leibstadt sind wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet. (Schweizerische Energiestiftung/SES)

Darum folgert Jürg Buri von der SES:

Atomausstieg ist problemlos umsetzbar
Jürg Buri «Die Panikmache ist ungerechtfertigt. Dank einheimischer Wasserkraft und dem dichtesten Netz Europas sind wir in einer komfortablen Situation. Der geordnete Atomausstieg ist technisch problemlos umsetzbar und führt langfristig zu einer verbesserten Versorgungssicherheit.» Alte Reaktoren sind störungsanfällig und ein dezentrales System ist grundsätzlich stabiler, weil der Ausfall einer einzelnen Komponente weniger gravierend ist.
Und darum: Ein Ja in der Abstimmung von Ende November zum geordneten A-Ausstieg. Bevor etwas passie … passier … passiert!

Walter Ludin

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.blogs-kath.ch/wie-lange-brauchen-wir-noch-akws/