Die Würdigungen von Fesquets Journal

Es war sicher das Zweite Vatikanum, das Fesquets Reputation als «Kirchen-Journalist» schuf. Er nahm an allen vier Sitzungen teil und berichtete aus ihnen für die katholische Kirche seines Landes. Durch seine ständigen An- und Rückfragen bei den französischen Bischöfen (von Zeitzeugen als manchmal «pertinent» und manchmal «impertinent» bezeichnet) wurde er für seine frankophonen Kollegen zu einer Art Sprachrohr und Türöffner. Die wohl schönste Beschreibung Fesquets findet sich beim protestantischen Pfarrer André Dumas: Fesquet sei der «d’Artagnan du journalisme religieux (…) juvénile et informé, prompt aux duels pour les beaux yeux de la liberté évangélique».
Entsprechend fallen die Würdigungen in der Einleitung des von Robert Morel herausgegebenen «Journal du Concil» aus. Der ökumenische Patriarch Athenagoras würdigte insbesondere einen «esprit foncièrement chrétien» und «les marques de la mentalité française» in Fesquets Werk. Weniger höflich, dafür umso deutlicher wurde der Erzbischof von Rouen, Kardinal Joseph Marie Martin, der Fesquet zubilligte, von Anfang an die Bedeutung des Konzils richtig gewichtet zu haben, seine «plume» «vivante et captivante» nannte, umgekehrt aber mit dem ironischen Seitenhieb, Fesquets Worte seien nicht das Evangelium, auf dessen Subjektivität hinwies: «Il devient difficile de distinguer ce qui est information objektive.»
(Heinz Angehrn)

Konzilsblogteam

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