Henri Fesquet

Henri Fesquet (1916–2011), «le pape de l’information religieuse», ist uns im deutschen Sprachraum vor allem mit den beiden ins Deutsche übersetzten und bei Herder erschienen Werken «Ich bin ja nur der Papst. Humor und Lebensweisheit Johannes XXIII.» (1970), im Original «Les fioretti du bon Pape Jean» (Fayard, 1963) und «Rom vor einer Wende?» (1968), im Original «Rome s’est-elle convertie?» (Grasset, 1966), bekannt.
Fesquet fand seinen Weg in den Journalismus nur auf krummen Wegen. Nach der Kriegsgefangenschaft mit 30 Jahren trat er ins Redaktionsteam von «Le Monde» ein, musste sich aber von seinem Chef bald einmal die Frage gefallen lassen, ob er sich wirklich als Journalisten sehe. Mit den Themen Kirche und Glauben, beginnend mit der Affäre Finaly, in der es um zwei jüdische Kinder ging, die einer katholischen Familie anvertraut worden waren und dort getauft wurden, fand er aber zu seinem ureigenem Thema.
In seinem Vorwort zum «Journal du concile» beschreibt Robert Morel Fesquet als einen wahrhaft unabhängigen Menschen, der diese Unabhängigkeit vor allem der Tatsache verdankte, dass er Laie war, als einen Menschen mit «grand esprit chrétien»  und mit einer «belle hardiesse». Nun: Je nachdem, ob wir beim Wort «hardiesse» mehr den Aspekt der Frechheit oder den des Mutes zum offenen Wort hören, verändert sich das Bild von Fesquet, das hier mit den weiteren Artikel und in seiner ureigenen Sprache entstehen soll.
In einem Artikel für «Le monde» definierte Fesquet den Glauben folgendermassen: «Poreuse, humble, mendiante ; elle se nourrit d’interrogations. Il faut se méfier d’une foi arrogante, bétonnée, qui a réponse à tout. Le chrétien authentique ne porte pas sa foi en écharpe. La foi est pudique, elle se vit comme un secret. Mais elle est courageuse : il lui faut surmonter la peur d’être dupe.»
(Heinz Angehrn)

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