Die Erneuerung glühend wünschen und Geduld haben – Marianne Dirks und das Zweite Vatikanische Konzil

Heute würde sie 100 Jahre alt werden: die katholische Laienaktivistin Marianne Dirks (* 26.08.1913, gest. 15.10.1993). Von 1951 bis 1972 war sie Präsidentin des «Zentralverbands katholischer Frauen- und Müttergemeinschaften» (seit 1968 Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, kfd) und fast ebenso lange Mitglied des ZdK.
Marianne Dirks war überzeugt, dass die vom Konzil angestrebte innerkirchliche Erneuerung ohne Frauen nicht gelingen konnte. Deshalb rief sie die Leserinnen der Verbandszeitschrift «Frau und Mutter» auf, für das Konzil zu beten und die eigenen Erwartungen in Leserbriefen zu formulieren. Diese Zuschriften bildeten die Grundlage für die  Konzilseingabe der kfd, die Marianne Dirks gemeinsam mit Dr. Anneliese Lissner in einem arbeitsintensiven Prozess erstellte und abstimmte (vgl. Blog vom 31.7.2012). Neben Kardinal Frings als Ortsordinarius war der damalige Berliner Kardinal Döpfner, am gleichen Tag wie Dirks geboren, ihr Ansprechpartner für diese Eingabe.
Während des Konzils unternahm Marianne Dirks mehrfach Romreisen, um in Gesprächen mit offiziellen und inoffiziellen Konzilsteilnehmern die Anliegen katholischer Frauen vorzutragen. Ihre römischen Erlebnisse spiegeln par excellence die sich wandelnde Einstellung zu Frauen: im November 1963 gelang es dem Ehepaar Dirks nicht, eine Konzilsmesse zu besuchen, weil Frauen damals grundsätzlich von diesen Gottesdiensten ausgeschlossen wurden (man fürchte sich vorgeblich vor einem Ansturm der Ordensoberinnen!). Als Marianne Dirks im nächsten Jahr zu einer Tagung der Weltunion katholischer Frauenverbände über das Laienapostolat in der Pfarrei nach Rom reiste, wurden die Teilnehmerinnen von Papst Paul VI. in Privataudienz empfangen; der Besuch einer Konzilsmesse war fast schon selbstverständlich möglich. 1965 nahm sie als «Invitata» vier Tage lang an den Generalkongregationen teil und erlebte am 28.10. die Schlussabstimmungen und die feierliche Verkündigung von fünf Dokumenten. Dass die Umsetzung des Konzils ein langer und mühsamer Prozess sein würde, war Marianne Dirks bewusst: «Wir müssen beides lernen und einüben: die Erneuerung glühend zu wünschen, uns unermüdlich und unbeirrbar für sie zu engagieren; aber auch Geduld zu haben».
(Regina Heyder)

Konzilsblogteam

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